In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind mehrere Strände wegen einer Ölverschmutzung gesperrt. Reiseveranstalter wie TUI, Alltours und Schauinsland-Reisen bieten betroffenen Urlaubern Umbuchungsmöglichkeiten an. Auch die Folgen für die Küstenökosysteme rücken in den Fokus.

Wegen einer Ölpest sind mehrere Strände in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesperrt worden. Als mögliche Ursache gilt ein Angriff auf einen Öltanker im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Betroffen sind Küstenabschnitte unter anderem in den Emiraten Ras Al Khaimah und Umm Al Quwain, nördlich von Dubai. Das teilt das Umweltministerium der Emirate auf der Plattform X mit. Das Public Services Department of Ras Al Khaimah kündigte auf Instagram an, dass alle Strände von Ras Al Khaimah bis auf Weiteres gesperrt bleiben.
Veranstalter hierzulande haben bereits reagiert. Schauinsland-Reisen teilte auf Anfrage mit, dass man in engem Austausch mit den Partnern vor Ort stehe und die Entwicklung fortlaufend beobachte. „Unsere Gäste werden von uns proaktiv über die aktuelle Situation informiert“, heißt es aus Duisburg. Zeitnah anreisenden Kunden würden „individuelle Lösungen“ angeboten, darunter die Möglichkeit einer Umbuchung auf ein Alternativhotel. Gäste könnten sich jedoch auch für einen Verbleib im ursprünglich gebuchten Hotel entscheiden.
Reisende, die bereits vor Ort sind, erhalten Unterstützung von der Reiseleitung und über die Service-Kanäle, so Schauinsland-Reisen.
Alltours und TUI bieten Umbuchungen an
Alltours hat ebenfalls Regelungen getroffen: Gäste mit einer Anreise bis vorerst einschließlich 29. Oktober 2026 werden proaktiv über die aktuelle Situation informiert. Auf Wunsch werde eine Umbuchung auf eine gleichwertige Alternative angeboten, deren Strand nicht von einer Sperrung betroffen ist. „Sollte keine entsprechende Alternative verfügbar sein, ermöglichen wir eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung“, teilt das Unternehmen mit.
Gästen, die sich bereits in einem Hotel mit geltenden Strandsperrungen aufhalten, bietet Alltours auf Wunsch den Wechsel in eine gleichwertige, nicht betroffene Alternative an. Man beobachte die weitere Entwicklung aufmerksam und informiere Reisende bei relevanten Änderungen.
Auch TUI hat die Situation im Blick. In Ras Al Khaimah habe man derzeit nur sehr wenige Gäste, teilt der Konzern auf Anfrage mit. Hier biete man vorerst für Anreisen bis einschließlich 30. Oktober 2026 auf Wunsch eine gebührenfreie Umbuchung an.
Zunehmende Ölverschmutzung im Persischen Golf
Doch wie kommt es zu dem Ölteppich? Nach Einschätzung von Experten stammt das Öl aus dem Tanker „Gem No. 2“. Dieser war bei einem Angriff vor gut zwei Wochen getroffen worden, wie Wim Zwijnenburg, Forscher bei der niederländischen Friedensorganisation PAX, gegenüber der Nachrichtenagentur DPA erläuterte. Der Ölteppich erstrecke sich inzwischen über eine Länge von etwa 90 Kilometern.
Die Ölverschmutzung im Persischen Golf hat laut DPA seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar 2026 deutlich zugenommen. Das zeigt eine im Juni dieses Jahres veröffentlichte Studie von Forschern der University of South Florida in den USA, die Satellitendaten ausgewertet haben. Bei der Vorstellung der Ergebnisse sprach Co-Autor Brian Barnes von einer erheblichen Ausweitung der ölverschmutzten Gebiete.
Gefahr für empfindliche Küstenökosysteme
Nach Einschätzung der Forscher stammt ein großer Teil des ausgetretenen Öls von Tankern, die den Persischen Golf wegen der weitgehend blockierten Straße von Hormus nicht verlassen konnten.
Die Ölverschmutzung bedroht auch die Tier- und Pflanzenwelt an den Küsten des Persischen Golfs. Die Gewässer und Küstengebiete der Emirate sind Lebensraum zahlreicher Vogel- und Meerestierarten. Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen bieten Nahrung und Schutz. Auch Dugongs, Delfine und Meeresschildkröten sind in der Region heimisch.
Die Situation in den Emiraten bleibt auch mit Blick auf den Iran-Krieg angespannt. Erst kürzlich hatte Gebeco angekündigt, dass Touren nach Oman, Jordanien, Saudi-Arabien, in die Emirate und nach Israel mit Abreisen bis Ende März 2027 bis sechs Wochen vorher kostenfrei umgebucht werden können.


