RKI: Urlaubsreisen sind keine Infektionstreiber

Urlaubsreisen tragen offenbar nicht stark zur Verbreitung der Corona-Pandemie bei – so eine RKI-Studie
Urlaubsreisen tragen offenbar nicht stark zur Verbreitung der Corona-Pandemie bei – so eine RKI-Studie. Foto: RomeoLu/istockphoto

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in einer aktuellen Studie das mit Reisen verbundene Infektionsgeschehen im vergangenen Sommer unter die Lupe genommen – mit einem ermutigenden Ergebnis für die Tourismusbranche. Pauschalreisen haben offenbar relativ wenig zur Verbreitung des Coronavirus beigetragen.

So haben die Infektionsforscher festgestellt, dass der ethnische Verkehr bei der Einschleppung von Infektionen nach Deutschland eine viel größere Rolle gespielt hat als organisierte Urlaubsreisen. Demnach seien wichtige Expositionsländer unter anderem das Kosovo, Kroatien, die Türkei und Rumänien – Heimatländer von Einwanderern sowie Regionen, aus denen Saison- und Vertragsarbeiter kommen. Erst dann folgen mit zahlenmäßig größerem Abstand beliebte Urlaubsländer wie Spanien oder Frankreich.

Dass die Infektionszahlen von Rückreisenden aus diesen Zielgebieten geringer waren, führt das RKI auch darauf zurück, dass es auf Urlaubsreisen zu weniger intensiven Kontakten mit der einheimischen Bevölkerung kam als etwa bei Familienheimfahrten. „Dazu beigetragen haben vermutlich auch die Übernachtungen in Hotels, die im vergangenen Sommer oftmals Hygieneregeln unterlagen“, heißt es wörtlich in der Studie.

Aus Sicht des DRV ist das eine gute Nachricht. „Das bedeutet, dass die Hygienekonzepte im Tourismus ganz offenbar gut funktionieren. Auf dieser Erkenntnis können wir als Branche aufbauen“, betont DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Reisebranche und Politik sollten die Studie nun nutzen, um stufenweise ein Restart-Konzept für den Tourismus zu entwickeln. Einmal mehr sei deutlich geworden, „wie groß der Erkenntnisgewinn durch systematisches und strategisches Testen ist“, so Fiebig.

Einschränkend muss aber auch erwähnt werden, dass das RKI noch einen weiteren Erklärungsansatz geltend macht. Demnach könnten die relativ geringen Fallzahlen von Urlaubsrückkehrern aus Spanien und Frankreich auch auf eine „Untererfassung hinweisen, die durch eine fehlende frühzeitige Einstufung als Risikogebiet und der gleichzeitig anzunehmenden hohen Reisetätigkeit in diese Länder entstanden ist“.

Die vollständige RKI-Studie ist hier zu finden.

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