Die Krise im Luftverkehr greift weiter um sich. Auch Lufthansa-Tochter Eurowings muss stark auf die Kostenbremse drücken – und denkt über Kurzarbeit im Winter nach.

Die hohen Kerosinkosten belasten auch die deutsche Airline-Branche stark und zwingen Fluggesellschaften zu Sparprogrammen. Nun erwägt die Lufthansa-Tochter Eurowings teils drastische Maßnahmen.
Laut einem internen Schreiben der Geschäftsführung an die Belegschaft, das dem Fachportal Aerotelegraph vorliegt, prüft Eurowings „aktuell, ob die Voraussetzungen zur Durchführung von Kurzarbeit im deutschen Eurowings-Flugbetrieb im Winter gegeben sind. Dazu führen wir aktuell Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit.“
Kapazitätskürzungen um rund fünf Prozent
Hintergrund für diese Überlegungen sind Kürzungen im Winterprogramm. „Im Verbund mit weiteren Kapazitätskürzungen sinkt unser Angebot mit diesem ersten Schritt um rund fünf Prozent“, heißt es in dem Schreiben. Eurowings werde entsprechend weniger Flugzeuge und Crews einsetzen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Lufthansa-Tochter ihre geplanten Winterflüge von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai gestrichen.
Die anhaltend hohen Treibstoffpreise infolge des Nahost-Konflikts bringen Airlines immer stärker in die Bredouille und haben bereits unter anderem bei Air Baltic und Volotea zu Insolvenzen geführt. Zwar stehe Eurowings dank des Treibstoff-Hedgings der Lufthansa Group „relativ gesehen besser da“, so die Geschäftsführung. „Immun gegen Krisen sind wir aber nicht.“
Weitere Streckenkürzungen bislang unklar
Zwar seien die Flüge weiterhin gut gebucht, doch die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben werde in den traditionell schwierigen Wintermonaten größer, führt das Management weiter aus. „Erschwerend kommt hinzu, dass sich bei den rekordhohen Kerosinpreisen auch für 2027 keine Entlastung abzeichnet.“
Welche Strecken neben Dubai von den Kürzungen betroffen sind, geht laut Aerotelegraph aus dem Schreiben nicht hervor. Offen bleibt auch, in welchem Ausmaß die angedachte Kurzarbeit eingeführt werden soll. Erst kürzlich hatte Eurowings den neuen Winterflugplan vorgestellt.
100 Stellen weniger in der Verwaltung
Aber es kommt noch zu weiteren Einschnitten. Das Sofortprogramm „Ebit Now“ etwa soll schon bis Jahresende Kosten senken und im Rahmen des Programms „Ewolut“ sollen bis Ende 2028 unter anderem 100 Vollzeitstellen in der Verwaltung abgebaut werden.
An der geplanten Flottenerneuerung will die Eurowings-Führung allerdings festhalten: „Das beste Sparprogramm gegen rekordhohe Kerosinkosten sind neue, treibstoffsparende Flugzeuge.“


