
Überrascht bis geschockt sind sie vom Wahlausgang schon, die deutschen USA-Touristiker. Aber an negative Auswirkungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump auf den Tourismus im wichtigsten Fernreiseziel der Deutschen glaubt momentan keiner.
„Die Tourismusindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und wurde von der US-Politik stets unterstützt und gefördert. Der Wahlausgang hat keinerlei Einfluss auf die Vielfalt der touristischen Angebote in den Vereinigten Staaten“, betont zum Beispiel Hans Gesk, Präsident des Visit USA Committee in Deutschland.
Auch die Veranstalter geben sich momentan entspannt. So rechnet Nordamerika-Marktführer Dertour für die nächsten Saison nicht mit Buchungsrückgängen für die USA. „Für viele Urlauber ist eine USA-Reise ein Lebenstraum. Die wenigsten Menschen werden ihre Urlaubspläne aus politischen Gründen ändern“, meint Nordamerika-Chef Per Illian.
Ähnlich sehen es Konkurrenten wie TUI, Thomas Cook, FTI und Spezialist Canusa. „Generell hatten der Wahlkampf-Endspurt und die damit einhergehenden Nachrichten aus den USA bislang keinerlei Auswirkungen auf die Frühbuchungen für das kommende Jahr“, verweist Canusa-Geschäftsführer Tilo Krause-Dünow auf die Entwicklung in den zurückliegenden Wochen.
Allenfalls eine kleine Buchungsdelle erwarten Spezialveranstalter wie CRD International und America Unlimited. „Momentan ist eine Zurückhaltung der Kunden schon spürbar“, räumt Timo Kohlenberg, Chef von America Unlimited, ein, zeigt sich zugleich aber sicher: „Nach der ersten Aufregung in den Medien wird sich dies in einigen Wochen wieder legen.“
Die Hände reiben wird sich indes die kanadische Tourismusbranche, die sich bereits im laufenden Jahr über starke Buchungszuwächse freuen konnte. „Ich vermute, dass die Trump-Wahl den Kanada-Boom verstärken wird“, glaubt der deutsche Vertreter von Destination Canada, Karl-Heinz Limberg. Denn in den nächsten Wochen gehe es in die heiße Buchungsphase für die Nordamerika-Ziele im kommenden Jahr.


