Transcend Cruises: Start für neuartigen Flusskreuzfahrtanbieter

Ein blaues Flusskreuzfahrtschiff fährt auf einem breiten Fluss an bewaldeten Ufern vorbei unter einem hellblauen Himmel mit leichten weißen Schleierwolken.
Der Neubau Connect während der Einführungsfahrt Anfang August auf dem Rhein. Foto: Transcend Cruises

Mit dem Neubau „Connect“ will Transcend Cruises neue Maßstäbe im Geschäft mit Gruppen setzen. Mit bald vier Schiffen will der B2B-Anbieter auch den deutschen Markt erobern.

Mit der Taufe des Flusskreuzers Connect und der anschließenden Jungfernfahrt von Dordrecht nach Zaandam (Niederlande) ist die amerikanische Reederei Transcend Cruises in den europäischen Markt für Flusskreuzfahrten eingestiegen. Dabei verfolgt sie allerdings ein ganz eigenes Konzept: Das Schiff wurde speziell für den Charter- und Gruppenmarkt entwickelt.

Der Markt dafür sei enorm, verweisen Chief Development Officer Hans Rood und Sales-Manager Johannes Jungwirth auf Deutschland als größten Mice-Markt der Welt. Darüber hinaus gebe es eine starke Leisure-Nachfrage nach Vollcharter-Angeboten, etwa von Verbänden, Unternehmen, Reisebüros und Veranstaltern. Einen ersten Vertrag hat etwa National Geographic unterschrieben.  

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Ein blauer Hintergrund mit weißem Text, der einen Zeitraum vom 7. bis 18. September, Angebote für Kinder und Stornierungen sowie einen Button enthält.
Ein Mann mit kurzem Haar und Schnurrbart trägt ein weißes Hemd, eine dunkelviolette Krawatte und ein dunkelblaues Sakko vor einem grauen Hintergrund.
Johannes Jungwirth, Director of Sales Europe. Foto: Transcend Cruises

„Gänzlich neues Gruppenangebot“

Welche Art Gruppen auch immer den Neubau Connect buchen – sie erhalten Hans Rood und Johannes Jungwirth zufolge ein gänzlich neues Angebot. „Mit diesem Schiff definieren wir Flusskreuzfahrten für Gruppen völlig neu“, so Hans Rood im Gespräch dem Mice-Magazin CIM, einer Schwesterpublikation von touristik aktuell.

Schon zur Taufe in Dordrecht hatte Transcend-CEO Gregg Marston betont: „Wir haben jedes Detail dieses Schiffes speziell für Meetings, Incentives, Konferenzen und exklusive Veranstaltungen entwickelt. Unser Ziel war es, eine flexible, hochwertige und nachhaltige Plattform zu schaffen, die den Anforderungen moderner Veranstalter gerecht wird und Erlebnisse ermöglicht, die an Land so nicht realisierbar wären.“

Maßgeschneidert und flexibel

Mit einer Länge von 135 Metern, vier Decks und Platz für bis zu 120 Gäste in 60 Kabinen setzt die Connect den Transcend-Managern zufolge „neue Maßstäbe“ im Segment der Gruppenreisen. Der besondere Clou: Die Kabinen lassen sich bei Bedarf zu 30 luxuriösen Zwei-Zimmer-Suiten zusammenführen und bieten Veranstaltern damit maximale Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Programme.

Ein Schiff voller Hightech

Besser als in vielen Hotels sei zudem das Angebot der fünf vielseitig nutzbaren Veranstaltungsbereiche. Sie eignen sich Hans Rood zufolge sowohl für große Konferenzen als auch kleinere Meetings, Workshops oder Networking-Events.

Selbst das Deck kann genutzt werden: Der dortige LED-Screen funktioniert auch bei Sonnenlicht. Nachts kann er für Image-Werbung oder auch als Open-Air-Kino verwendet werden.

Wir bieten vieles, was vorher auf Flussschiffen nicht möglich war.

Johannes Jungwirth, Director of Sales Europe

Hinzu kämen „modernste Audio- und Videotechnik, zuverlässige Highspeed-Konnektivität sowie umfangreiche digitale Branding-Möglichkeiten“.

Diese würden es ermöglichen, das Schiff sowohl innen als auch außen komplett im Design einer Firma zu gestalten, wie es etwa Coca Cola schon mit seinem markanten Rot getan habe, berichtet Johannes Jungwirth. Damit werde das Schiff selbst zur „individuell gestaltbaren Eventplattform“ – und das biete kaum ein Hotel.

Ein älterer Mann mit grauem Haar und Sonnenbrille trägt ein blaues Sakko und spricht an einem Rednerpult in ein Mikrofon vor einer großen LED-Bildwand.
Gregg Marston, CEO Transcend Cruises. Foto: Transcend Cruises

Großer Wert auf Nachhaltigkeit

Auch im Bereich Nachhaltigkeit setzt Transcend Cruises neue Maßstäbe. Die Connect wurde nach einem zirkulären Design-Ansatz (Erklärung siehe unten) entwickelt und verfügt über modernste emissionsarme Technologien. Dazu gehören auch optimierte Treibstoff- und Wasserspeichersysteme.

Der geringere Tiefgang des Schiffes ermöglicht zudem eine höhere operative Flexibilität – auch in Zeiten niedriger Wasserstände. Das freilich hat seine Grenzen: Der aktuell sehr niedrige Wasserstand des Rheins führte dazu, dass die Einführungsfahrt nicht wie geplant bis Köln führte, sondern an der holländischen Grenze zu Ende war.

Wachstumskurs in Europa

Die Investoren und Manager von Transcend Cruises sind von ihrem Konzept derart überzeugt, dass ihre Wachstumspläne ambitioniert sind: Bis 2028 soll die Flotte auf vier Schiffe anwachsen, langfristig sind sogar zwölf Schiffe geplant. Sie werden wie die Connect durchweg in Europa eingesetzt – etwa auf Rhein, Donau, Mosel, Main und Rhein-Main-Donau-Kanal sowie auf niederländischen und belgischen Wasserstraßen.

Vor allem auf die bis 2028 folgenden drei Schwesterschiffe setzt Johannes Jungwirth große Hoffnungen: Denn die Limitierung auf 120 Gäste pro Schiff sei eine Herausforderung. Mit mehreren Schiffen könnten gerade große Firmen und Verbände im Zweier- oder Dreierpack unterwegs sein, erste Buchungen dafür liegen bereits vor.

365 Tage im Einsatz

Geplant ist, dass die Connect und ihre kommenden Schwesterschiffe das ganze Jahr über im Einsatz sind. Die Buchungslage für 2027 sei gut, es gebe im Terminkalender aber auch noch Verfügbarkeiten.

„Wir müssen zurzeit viel erklären und vor allem aufklären. Denn was wir bieten, ist völlig neu auf Europas Flüssen und nicht einfach ein weiteres Flussschiff“, ist Johannes Jungwirth überzeugt und ergänzt: „Wir bieten vieles, was vorher auf Flussschiffen nicht möglich war. Und wir sind überzeugt, dass der Markt auf uns gewartet hat.“

Weitere Informationen zu Transcend Cruises gibt es auf der Homepage des Anbieters. Das Fact Sheet zur neuen Connect kann hier heruntergeladen werden.

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Was ist ein zirkulärer Design-Ansatz?

Der Begriff beschreibt in der Schifffahrt eine Konstruktions- und Planungsweise, bei der ein Schiff so entwickelt wird, dass Materialien und Komponenten möglichst lange genutzt, wiederverwendet, repariert, modernisiert und schließlich recycelt werden können.

Konkret bedeutet das:

Reduzierter Ressourcenverbrauch (Weniger Materialeinsatz, geringerer Abfall und eine effizientere Nutzung von Energie und Rohstoffen)

Langlebige Materialien

Modularer Aufbau (Kabinen, Möbel und Technik lassen sich austauschen oder modernisieren)

Reparaturfreundlichkeit

Recycling-Fähigkeit (Materialien können am Ende der Lebensdauer sortenrein getrennt und recycelt werden)