Arosa: Reisebüros warten auf Rückzahlungen

Die Premium-Marke Arosa steht eigentlich für sehr guten Reisebüro-Service und in dieser Kategorie seit Jahren kurz vor dem Gewinn des Globus Awards von touristik aktuell
Die Premium-Marke Arosa steht eigentlich für sehr guten Reisebüro-Service und in dieser Kategorie seit Jahren kurz vor dem Gewinn des Globus Awards von touristik aktuell. Foto: ck

Der Flussreiseanbieter Arosa hat den Unmut einiger Reisebüros auf sich gezogen. Grund sind ausbleibende Rückerstattungen von Anzahlungen für abgesagte Reisen.

So berichtet Silke Rauch, Reisebüro-Inhaberin aus Mühldorf, von einer Gruppenreise, die ursprünglich im April dieses Jahres stattfinden sollte, wegen der Corona-Krise aber auf 2021 verschoben wurde. Durch eine Reduzierung der Teilnehmerzahl infolge des neuen Termins ergab sich eine finanzielle Differenz von rund 13.500 Euro, die Arosa nach Angaben der Reisebüro-Chefin allerdings nicht zurückbezahlt, sondern lediglich gutgeschrieben hat.

Schriftlich habe ihr die Reederei Ende November mitgeteilt, die noch offenen, aus der vergangenen Saison resultierenden Vorgänge bis zum Jahresende abschließen zu wollen, so Rauch. Sie bezweifelt allerdings, dass sie ihr Geld bis Ende Dezember bekommen wird und hat sich nach mittlerweile acht Monaten Zahlungsverzug anwaltlichen Beistand geholt. Denn sie weiß von anderen Fällen, die zum Rechtsstreit werden.

Wie im Fall des Bargteheider Reisebüros, das ebenfalls auf eine Rückzahlung aus Rostock wartet. Laut Inhaberin Sabine Kalau von Hofe geht es um 8.000 Euro, die Arosa nicht zurückzahle. „So geht man mit Geschäftspartnern nicht um“, sagt die Agenturchefin. Sie sei „sehr enttäuscht“ von Arosa, sagt Kalau von Hofe gegenüber touristik aktuell. „Bis zur Corona-Krise war Arosa topp, und die Gruppenabteilung ist eigentlich 1A.“ Daher hätte sie „eine gemeinsame Lösung gut gefunden“, so Kalau von Hofe. Die zeichnet sich aber nicht ab. Arosa habe ihr über einen Anwalt mitteilen lassen, dass die Klage „unbegründet und daher abzuweisen“ sei. Für Ende Januar ist eine Verhandlung am Amtsgericht Rostock anberaumt.

In einer Stellungnahme auf Anfrage von touristik aktuell erklärt Arosa die ausstehenden Rückzahlungen damit, dass sich das Arbeits- und Anfragevolumen im Service-Center sowie in der Agenturbetreuung in einem solchen Maße vervielfacht habe, dass es zu Verzögerungen in den Arbeitsabläufen gekommen sei. Es seien noch Anfragen offen beziehungsweise in Bearbeitung.

„Viele unserer Partner und Kunden hatten und haben für diese Situation, die uns alle unerwartet getroffen hat, Verständnis“, heißt es in dem Statement weiter. Einige andere seien „verständlicherweise ungeduldig“ geworden und hätten sich rechtlichen Beistand geholt, um das Verfahren zu beschleunigen. Provisionen seien davon übrigens nicht betroffen, betont Arosa. Der seit November laufende Teil-Lockdown sorge nun wieder für Kurzarbeit sowie neue Fälle und Vorgänge, schreibt das Unternehmen. Man sei dennoch „zuversichtlich, alle noch offenen Prozesse bald abschließen zu können“.

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