Hochwasser: Reiseabbrüche und -absagen von Flusskreuzfahrten

Bild von einer Brücke über die Donau mit Hinweisschild
Die Donau ist aktuell Hochwassergebiet. Foto: Malika Misirpashaeva/iStock

Die dramatische Hochwasserlage in Osteuropa und Niederösterreich hat zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs auf Teilen der Donau geführt. Und in Dresden ist nach dem Teileinsturz der Carola-Brücke die Elbe bis auf Weiteres blockiert. Die Flusskreuzfahrtanbieter reageren mit Fahr- und Notfallplänen.

Bis dato war es für die deutschen Flussreiseanbieter ein sorgenfreier Saisonverlauf mit stabilen Pegeln. Nach den massiven Regenfällen in den vergangenen Tagen betreiben sie nun allerdings Krisen-Management.

Thurgau Travel: Thurgau Prestige liegt in Wien fest

In Wien liegen laut Medienberichten gegenwärtig mehrere Flusskreuzfahrtschiffe außerplanmäßig fest, darunter die Thurgau Prestige, deren Passagiere und Crew-Mitglieder wegen der Überflutung nicht von Bord können. Das Schiff habe am Samstag von den österreichischen Behörden durch den Hafenmeister eine „sichere Anlegestelle“ zugewiesen bekommen, um den Scheitelpunkt des Hochwassers abzuwarten, informiert Thurgau Travel. Den rund 100 Passagieren und 40 Crewmitgliedern gehe es gut.

Wann das Schiff weiterfahren könne oder wann eine Ausschiffung der Passagiere möglich sei, werde von den österreichischen Behörden entschieden. Falls eine Ausschiffung in Wien erfolgen müsse, werde man für alle Gäste eine alternative Heimreisemöglichkeit organisieren, so der Schweizer Anbieter.

Phoenix Reisen: Weitere Reiseabsage (Update 12.55 Uhr – Reise ASI 162)

Derweil teilt Phoenix Reisen auf ta-Anfrage mit, dass eine am vergangenen Wochenende begonnene Flussreise ab Passau „wohl abgebrochen werden muss“. Man führe dazu aktuell Gespräche mit der Reederei, heißt es aus Bonn.

Fest steht: Die geplante Reise mit der Anna Katharina vom 17. bis 27. September (AKA 201) von Passau nach Köln wird am heutigen Montag abgesagt. Dies gilt, anders als zunächst vermeldet, nun auch für die elftägige-Donau-Kreuzfahrt der A-Silver (ASI 162), die ursprünglich mit geändertem Einschiffungshafen hätte stattfinden sollen.

Für die am nächsten Wochenende beginnenden Donau-Kreuzfahrten (Einschiffung 21. und 22. September) geht Phoenix Reisen „mit Stand heute“ von der Durchführung der Reisen aus.

Nicko Cruises: Einschiffung in Ungarn (Update 11.55 Uhr)

Nicko Cruises hatte bereits am vergangenen Freitag Routen angepasst und Reisen abgesagt und dies den betroffenen Gästen und Reisebüros mitgeteilt. Bei den derzeitigen Donau-Reisen zweier Schiffe, der Belvedere und der Maxima, habe man „minimale Änderungen im Fahrplan vornehmen müssen“.

Die geplanten achttägigen Kreuzfahrten der Viktoria und Bolero ab/bis Passau hingegen wurden abgesagt. Gäste, deren 15-tägige Flusskreuzfahrt bis zum Schwarzen Meer mit der Nicko Vision am heutigen Montag startet, werden in Ungarn eingeschifft – mit einem Bustransfer und einer Zwischenübernachtung in Wien auf der Bolero beziehungsweise der Viktoria, heißt es aus Stuttgart.

Arosa: Fünf Schiffe in Wien (Update 13.55 Uhr)

In Wien liegen aktuell auch alle fünf Schiffe von Arosa. Dort sei für die Gäste der Landgang jederzeit möglich, heißt es aus der Reedereizentrale in Rostock. Voraussichtlich Mitte der Woche sollen sie ihre Reiseroute fortsetzen können, denn, so der Anbieter: Derzeitige Wettermodelle prognostizierten ein Abschwächen der Regenfälle bis Dienstag sowie keine weiteren Niederschläge in den kommenden zwei Wochen, so dass das Wasser der Donau zeitnah abfließen könne und sich die Pegelstände kurzfristig normalisieren würden. Somit sei davon auszugehen, dass die kommenden Reisen wie geplant durchgeführt werden können, so Arosa.

Plantours: Gästewechsel in Budapest (Update 15.15 Uhr)

Bei Plantours sind aktuell zwei Reisen der Lady Cristina vom Hochwasser auf der Donau betroffen. Die derzeit stattfinende Kreuzfahrt sollte eigentlich am 19. September in Passau enden. Stattdessen wird das Schiff nun an seinem gegenwärtigen Liegeplatz in Budapest bleiben. Dort erfolgen laut einem Unternehmenssprecher die Ausschiffung der laufenden Reise und auch die Einschiffung zur darauffolgenden Kreuzfahrt. Die An- und Abreise der Gäste inklusive einer Hotelübernachtung werde organisiert.

Derweil sei das zweite Donau-Schiff der Hamburger, die Rousse Prestige, ohne Störungen unterwegs in Richtung Delta.

Reiseveranstalter: Bislang keine Einschränkungen

Auch jenseits des Bereichs Flusskreuzfahrten reagieren die Veranstalter auf die Hochwassersituation. Dertour hatte im Eigenanreise-Bereich „Umroutings“ angekündigt. So habe beispielsweise ein Hotel in Prag schließen müssen, die Gäste seien auf ein anderes Hotel umgebucht worden. Bislang habe es aber keine größeren Beeinträchtigungen gegeben. Kostenlose Stornierungen biete man derzeit nicht an. Man behalte die Lage aber aufmerksam im Blick, heißt es.

Auch bei Schauinsland-Reisen ist man bezüglich der aktuellen Lage in Kontakt zu der zuständigen Partneragentur vor Ort. Demnach sind keine Gäste von der Hochwassersituation betroffen und in den angebotenen Hotels gebe es keine Einschränkungen. Gesonderte Stornoregeln seien daher nicht nötig. Anfragen von Kunden, die ihre Reise umbuchen oder stornieren wollten, habe es bislang nicht gegeben.

Über aktuelle Entwicklungen halten wir Sie an dieser Stelle mit Updates auf dem Laufenden.

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