LCC blickt auf ein herausforderndes Jahr

Eine große Gruppe von etwa 30 Personen steht auf einer Bühne vor einer blauen Wand mit dem Logo und Schriftzug „Lufthansa City Center“. Die Personen sind überwiegend geschäftlich gekleidet, einige tragen Firmenkleidung mit Namensschildern und Lanyards. In der Mitte steht ein Rednerpult mit dem Lufthansa City Center Logo. Die Stimmung wirkt professionell und zugleich kollegial. Die Veranstaltung findet in einem modernen Konferenzraum statt.
Das Team aus der LCC-Zentrale blickte zufrieden auf die Veranstaltung. Foto: Sebastian Gabsch

Mit der Forderung nach gemeinsamen Handeln und stärkerer politischer Rückendeckung hat LCC-Chef Markus Orth Anfang der Woche die zehnte Unternehmertagung des Reisebüro-Verbunds eröffnet. „Die Reisebranche steht unter Druck – aber sie hat Perspektive. LCC muss jetzt entschlossen handeln“, sagte Orth vor rund 160 Reisebüro-Unternehmern sowie Gästen aus Wirtschaft und Verbänden im Dorint Hotel Oberursel.

Der Chef von Lufthansa City Center verwies auf ein herausforderndes Jahr. Auch wenn Reisen ein Wachstumsmarkt bliebe, liegen die Buchungskurven kumuliert leicht unter dem Vorjahr. „Wirtschaftliche Stimmung und die globalpolitische Lage dämpften die Reiselust“, erläuterte er. Jedoch zeige sich LCC „robust“, insbesondere im Geschäftsreisebereich.

Yougov-Direktor: Fernweh bleibt groß

Diese Entwicklung bestätigte auch Christoph Zeh, Direktor von Yougov Deutschland. Trotz gedämpfter Konsumlaune bleibe das Fernweh groß, erklärte er. Reisebüros profitierten dabei überdurchschnittlich: 47 Prozent der Deutschen wünschten sich laut Analysen einen persönlichen Ansprechpartner bei der Reisebuchung. „Das stationäre Reisebüro bietet in unsicheren Zeiten Orientierung und Vertrauen – ein echter Wettbewerbsvorteil“, sagte Zeh.

Auch Christoph Debus, CEO der Dertour Group, sieht gute Markt- und Wachstumschancen für Reisebüros, vor allem für diejenigen, die das Digitale mit persönlichem Service verbinden, wie er in einer Keynote verdeutlichte.

LCC plant digitale Plattform

Damit rannte Debus bei Markus Orth offene Türen ein. Wie der LCC-Chef erläuterte, setzt LCC seit Langem auf Innovation in allen Geschäftsfeldern. „Technologie ist unser Enabler – aber Beratung bleibt unsere klare Differenzierung“, betonte er. Da der Mensch der zentrale Erfolgsfaktor bleibe, investiere man weiter konsequent in die Personalentwicklung. Orth verwies auf Programme wie „Young Talent“ und „Jump“.

Gleichzeitig befinde sich LCC an der Umsetzung einer neuen digitalen Plattform, um die Verzahnung von on- und offline kundenorientierter zu gestalten. Die Fertigstellung ist laut Orth für den Herbst geplant.

Neben der Digitalisierung wurden beim zehnten LCC-Unternehmertag viele weitere Themen beleuchtet, unter anderem KI. Anja Konhäuser, Co-Founderin der Digitalberatung Ommax, appellierte an die Anwesenden, Künstliche Intelligenz nicht als Risiko zu betrachten, sondern als einen Kollegen, „wenn wir sie richtig einsetzen“. Sie forderte mehr digitale Kompetenz im Reisevertrieb und ermutigte zur pragmatischen Anwendung im Alltag.

Sven Liebert, Generalsekretär des Bundesverbands der Tourismuswirtschaft (BTW), und Achim Wehrmann, Geschäftsführer des Deutschen Reiseverbandes (DRV), machten in ihren Vorträgen deutlich, dass die Branche glaubwürdige Stimmen, klare Positionen und verlässliche Partner in Berlin und Brüssel brauche – unter anderem mit Blick auf die Novellierung der Pauschalreiserichtlinie.

Fotos von der Tagung in Oberursel und Bad Homburg findet sie in unserer Rubrik „Bildergalerie“. (uf)

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