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Condor erwartet keine Preisschlacht bei Flug-Tickets

Seit 2004 Condor-Chef: Ralf Teckentrup weiß, wie man mit Krisen umgeht

Seit 2004 Condor-Chef: Ralf Teckentrup weiß, wie man mit Krisen umgeht. Foto: Condor

Im Ferienflugmarkt wird es nach Einschätzung von Condor-Chef Ralf Teckentrup in diesem Jahr keinen Preiskrieg geben, um die durch Corona lahmende Nachfrage zu beleben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Plätze zu vernünftigen Preisen verkaufen werden“, so Teckentrup im Gespräch mit touristik aktuell. Grund sei der durch die Corona-Krise verursachte Trend zu Kurzfristbuchungen.

„Alle in der Branche wissen: Wegen der Unsicherheiten rund um die Pandemie wird deutlich später und in vielen Fällen wahrscheinlich erst kurz vor Antritt der Reise gebucht“, erläutert der Condor-CEO. „Daher werden Last-Minute-Angebote in diesem Jahr eher die Ausnahme sein.“

Generell rechnet Teckentrup nach dem Krisenjahr 2020 mit einem deutlichen Aufwärtstrend: „Die Nachfrage ist ungebrochen, denn trotz allem wollen die Deutschen ja weiterhin Urlaub machen.“ Daher gehe man bei dem Urlaubsflieger davon aus, „mindestens 70 Prozent des Volumens von 2019 zu verkaufen“. Auch bei den Veranstalterpartnern von Condor sei Optimismus zu spüren, entsprechend sei man bei den Verhandlungen zu Sitzplatzkontingenten „schon ziemlich weit“ fortgeschritten.

Gleichwohl operiert die frühere Thomas-Cook-Airline, die nach erfolgreicher Sanierung im vergangenen Herbst das Schutzschirmverfahren hinter sich gelassen hatte, weiterhin vorsichtig. Da Condor nach wie vor auf staatliche Unterstützung angewiesen sei, müsse man „extrem auf die Ausgabenseite achten“, erläutert der Airline-Chef. „Wir können zum Beispiel keine Flugverbindungen auflegen, die sich nicht rechnen.“ Daher gebe es „die klare Vorgabe, nur profitable Strecken zu planen“.

Condor wird momentan durch einen KfW-Kredit in Höhe von 550 Millionen Euro am Leben erhalten. Langfristig wird ein neuer Investor gesucht.

Das vollständige Interview mit dem langjährigen Condor-Chef, bei dem es auch um die zurückliegenden Herausforderungen im Insolvenzverfahren sowie dem Streit mit Lufthansa um Zubringerflüge geht, lesen Sie in der nächsten Ausgabe von touristik aktuell (ta 01-04/2021). Diese erscheint in der kommenden Woche. 

     
Thomas Riebesehl