Lufthansa will produktiver und profitabler werden

Ein Manager mittleren Alters im dunkelblauen Anzug und weißen Hemd steht vor einem Flugzeug von Lufthansa, das sich unscharf im Hintergrund befindet.
Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter ist mit dem „Turnaround“-Programm bislang „äußerst zufrieden“. Foto: Lufthansa

Ein Jahr nach dem Start des „Turnaround“-Programms zur Verbesserung des Flugbetriebs und der Produktqualität will Lufthansa im Jahr 2026 den nächsten Schritt machen. „Unsere Strategie war klar: Wir wollten zunächst die Operations deutlich stärken und die Kundenzufriedenheit wiederherstellen“, erklärte Jens Ritter, Chef von Lufthansa Airlines, am Donnerstagabend bei einem Medien-Event in Frankfurt. Im nächsten Jahr, in dem Lufthansa auch den 100. Geburtstag feiert, werde der Fokus nun auf „Profitabiliät und Produktivität“ gerichtet.

Weniger Reserven, mehr Produktivität

So prüfe man derzeit, „teure Reserven und Puffer“, die zur Stabilisierung des Flugbetriebs nötig gewesen seien, wieder zu reduzieren. „Da helfen uns auch die neuen Flugzeuge enorm, weil wir weniger Reservekapazitäten brauchen“, erläutert Ritter. Ihm zufolge wird die Flotte bis zum Jahr 2030 weiter modernisiert, erwartet werden noch fast 70 Maschinen der Typen Airbus A350 sowie Boeing 777 und 787. „Allein 2026 wird Lufthansa alle zwei Wochen ein neues Langstreckenflugzeug erhalten.“ Da zugleich alte Muster den Bestand verließen, werde auch die „Flottenstruktur von Jahr zu Jahr einfacher“, fügte der CEO hinzu.

Weiterhin hob Jens Ritter „unzählige Betriebsvereinbarungen“ hervor, die mit Sozialpartnern neu verhandelt worden seien, um Lufthansa-Beschäftigte ab 2026 produktiver einzusetzen. Ziel sei es, ein „atmendes System bei Lufthansa Airlines herzustellen, sodass wir im Sommer deutlich mehr fliegen und dafür im Winter die Kosten senken können, um unsere Saisonalität stärker abzubilden“.

City Airlines wächst weiter

Aber nicht mit allen Schritten zur Neustrukturierung von Lufthansa sind die auch die Arbeitnehmer glücklich. Auf scharfe Kritik stieß etwa der Plan, rund 4.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen. Als umstritten gilt zudem die bereits vor „Turnaround“ gestartete Neugründung City Airlines, deren Flotte momentan ein Dutzend Flugzeuge zählt. Während das Management diese als „effiziente Feeder-Plattform“ lobt, kritisieren Gewerkschaften dem Konzern immer wieder, mit der neuen Fluglinie die Personalkosten nach unten drücken zu wollen. Ähnliche Vorwürfe gab es bereits rund um den 2021 gestarteten Ferienflieger Discover Airlines.

Aber die Marschrichtung bleibt: Während der alte Regional- und Zubringerdienst Cityline in den nächsten drei Jahren weiter schrumpfen soll, wird City Airlines laut Ritter weiterhin „maximal wachsen“ und ab Frühjahr auch Frankfurt mit Zubringerflügen bedienen. Ab kommenden Herbst soll dann der erste von 40 bestellten A220-Fliegern zur Flotte stoßen.

„Auf dem Weg in die schwarzen Zahlen“

Das „Turnaround“-Projekt findet generell aber Unterstützung seitens der Belegschaft, wie der Airline-Chef in seiner Bilanz für das abgelaufene Jahr hervorhob. Nicht nur die Kundenzufriedenheit habe man „signifikant steigern können“, auch jene der Mitarbeitenden bewege sich wieder auf Vor-Corona-Niveau.

Das liegt sicherlich auch an stark verbesserten Kennzahlen zum Flugbetrieb. Als Beispiele nannte Jens Ritter um über 50 Prozent gesunkene Annullierungen und 46 Prozent weniger verpasste Anschlussflüge. Und mit einer Abflugpünktlichkeit von 74 Prozent gehöre Lufthansa „zur Spitzengruppe der europäischen Netzwerk-Airlines.“ Entsprechend zeigte sich auch der CEO selbst äußerst zufrieden: „Alle Ziele, die wir uns für 2025 vorgenommen haben, sind erfüllt worden. Damit sind wir wieder auf dem Weg in die schwarzen Zahlen.“

Mehr Premium – auch in Frankfurt

Aber damit kann sich die Lufthansa-Führung nicht zufrieden geben – auch das Jubiläumsjahr der Kranich-Airline steht im Zeichen hoher Investitionen zur weiteren Produktverbesserung, um den von Ritter formulierten Anspruch als „Premium-Airline Nummer eins in Europa“ gerecht zu werden. So wird der Einbau der neuen Allegris-Kabine in neue Flugzeuge weiter vorangetrieben, die A380- und Boeing-747-Flieger im Bestand werden einem Retrofit unterzogen. Daneben startet im Frühjahr das Projekt „Future Onboard Experience“ (Fox), um Produkte und Service auf Langstreckenflügen deutlich aufzuwerten.

Ein anderes Upgrade wurde übrigens kürzlich am Frankfurter Flughafen eingeführt: Seit einigen Tagen steht der umfassend modernisierte Premium Check-in im Terminal 1 First-Class-Gästen und anderen ausgewählten Kunden wieder zur Verfügung.

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