Alpha-Büros: Kritik an EU-Pauschalreiseplänen

Albin Loidl im Konferenzsaal
Alpha-Geschäftsführer Albin Loidl sprach sich auf der Jahrestagung gegen eine Überreglementierung der Pauschalreise aus. Foto: Jens Fischesser

Im Zuge der Jahrestagung von Schauinsland-Reisen Partner im Anda Barut Collection an der Türkischen Ägäis hat sich Albin Loidl, Geschäftsführer der Alpha Reisebüro Partner, gegen eine weitere Überreglementierung durch die geplante Novellierung der Pauschalreiserichtlinie (PRRL) ausgesprochen. Er verwies auf ein Papier, das sein Unternehmen vor Kurzem veröffentlicht hatte und in dem man sich klar gegen eine Absicherung von Einzelleistungen positioniert.

Loidl erläuterte, dass die geplanten Änderungen dem Grundgedanken des Verbraucherschutzes, wie ihn die Pauschalreise schon jetzt hinreichend bietet, schadeten. Es sei wichtig, die Trennschärfen der Pauschalreise zu anderen Reiseformen zu erhalten und zu stärken.

Sorge um Wettbewerbsfähigkeit der Pauschalreise

Kritik äußerte der Manager insbesondere an der Einführung weiterer kostenloser Stornomöglichkeiten bei außergewöhnlichen Ereignissen unter anderem am Wohnort des Kunden. Durch eine 365-Grad-Absicherung des allgemeinen Lebensrisikos würde die Pauschalreise verteuert, sodass ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt würde.

Zudem spricht sich Alpha gegen eine Minimierung der Anzahlungssumme aus. Diese liegt derzeit bei 20 bis 25 Prozent. Würde diese minimiert oder falle weg, wären Reiseveranstalter einerseits nicht mehr in der Lage, frühzeitig Provisionen auszuzahlen. Andererseits könnten sie sich keine attraktiven Kontingente durch Garantiezahlungen mehr sichern.

Unrealistisch ist laut Loidl zudem das Vorhaben, den Reisepreis auch nach Großschadensereignissen innerhalb von 14 Tagen nach Storno zurückzuzahlen. Ebenso seien mögliche Regelungen, die Baustein-Buchungen innerhalb einer dreistündigen Frist zu einer Pauschalreise zu machen, für die meisten klein- und mittelständischen Reisebüro-Unternehmen hinsichtlich des wirtschaftlichen Risikos kaum tragbar, sagte Loidl vor den Teilnehmern der Jahrestagung.

Keine Absicherung von Einzelleistungen

Der Absicherung von Einzelleistungen erteilte Loidl eine klare Absage. Die bereits bestehende Insolvenzabsicherung mit Repatriierungsgarantie sei ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Pauschalreise, „unseres wichtigsten Vermittlungsproduktes. Die wenig komplexe Einzelleistung lässt sich auch ohne uns, den stationären Vertrieb, an die Frau/den Mann bringen.“

Wie andere Kooperationschefs forderte er eine „Novellierung des Images der Pauschalreise als besonderes touristisches Produkt im Sinne des Verbraucherschutzes“. Diese Image-Steigerung sei eine gemeinsame Aufgabe von Reiseveranstaltern und dem touristischen Vertrieb in Deutschland. Verschärfte Richtlinien würden dafür nicht benötigt.

Ende September hatten sowohl die TSS Group als auch Best-Reisen Initiativen zur Stärkung der Pauschalreise gestartet. (uf)

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