
ta fragt Counter-Experten Bernd Wychlacz. Der Inhaber von Art Reisen in Mettmann ist seit 1993 selbstständig in der Touristik unterwegs und 2024 60 Jahre alt geworden.
Wo würden Sie hinreisen, wenn Geld keine Rolle spielt?
Ich würde eine Weltreise machen und jedes Land mit erfahrenen Reiseleitern erkunden. Dabei würde ich die verschiedenen Kulturen aufsaugen und die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten besuchen. Ich denke, ich könnte diese Reise in zehn Jahren bewältigen.
Was war Ihre schönste Inforeise?
Jedes Land und jede Informationsreise hat ihr eigenes Highlight. Eine meiner besten Reisen war die Kombination von Martinique, Tobago und Barbados. Besonders faszinierend war jedoch der Moment, als wir in den Kruger-Nationalpark einfuhren und von einer großen Zebraherde begrüßt wurden. Außerdem haben mich die Begegnungen mit Menschen in Soweto, dem größten Township Südafrikas, und in einem Township nahe des Kruger-Parks tief beeindruckt. Eine Kundin aus Südafrika sagte mir kürzlich: „Wenn du in dieses Land reist, siehst du viele Zähne.“ Und genau das ist es! Überall lächeln dich die Menschen an.
Auch beruflich hat es mich vorangebracht, da ich nun zusammen mit Pearls of Africa Reisen in Südafrika anbiete, mit ausgewählten Boutique-Hotels abseits der Masse.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen?
In Thailand habe ich Insekten probiert – Heuschrecken, Grillen, Mehlwürmer und andere. Das war definitiv eine gewöhnungsbedürftige Erfahrung.
Welches Reiseziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Es gibt viele unterschätzte Ecken in Europa, wie die Sandalgarve um Tavira oder El Hierro. Auch Mosambik in Kombination mit Südafrika ist ein Geheimtipp, hier kann man sowohl Nationalparks als auch Sandstrände erleben. Selbst in Regionen, die man immer wieder bereist, gibt es stets neue Eindrücke. Reisen lohnt sich immer, auch wenn es nur 100 Kilometer entfernt ist.
Was darf in Ihrem Reisekoffer nicht fehlen?
Meine Tinka, das Maskottchen aus dem Neanderland, und gute Laune. Idealerweise auch alles Notwendige für die digitale Welt. Ansonsten versuche ich, möglichst smart und leicht zu reisen.
Was war Ihre ungewöhnlichste Buchung?
Eine Kombination von Vancouver Island, einer Kreuzfahrt nach Alaska und einem Besuch bei den Eisbären in Churchill sowie eine Luxussafari mit Aufenthalten in drei Lodges im Kruger-Nationalpark.
Wie werden Sie nervige Kunden los?
Manchmal durch den Preis oder eine Beratungsgebühr. Wenn es ganz schlimm wird, sage ich auch direkt, dass wir hier nicht weiterhelfen können und verweise sie an die Konkurrenz. Denn es gibt Kunden, auf die kann man gut verzichten – und die Kollegen auch.
Wo reisen Sie nie wieder hin?
Es gibt kein Reiseziel, das es nicht wert wäre, erneut entdeckt zu werden. Jedes Ziel hat seine eigene Berechtigung. Sonst würden dort keine Menschen leben. Selbst in meiner eigenen Stadt gibt es täglich neue Begegnungen, und das gilt umso mehr für Orte, die man nur ein-, zwei- oder dreimal im Leben besucht.



