DTPS wird 25: Gemeinsam durch den Wandel

Mehrere Führungskräfte stehen hinter einem großen DTPS25-Schriftzug auf der Bühne
Die DTPS blickt auf 25 Jahre zurück – und stellt sich zugleich auf den Wandel der Branche ein. Foto: DTPS/Carmen Böttcher Fotografie

Mit viel Emotion, klaren Botschaften und konkreten Zukunftsplänen hat die DTPS auf ihrer Jubiläumstagung ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Im Zentrum des Plenums stand dabei vor allem eines: die Stärke der Gemeinschaft – und die Frage, wie sich Reisebüros im Wandel der Branche behaupten. „Egal was kommt, wir gehen diesen Weg nicht alleine“, brachte Moderatorin Désirée Ackermann die Grundhaltung gleich zu Beginn auf den Punkt.

Die DTPS entstand laut Gründungsmitglied und Geschäftsführer Michael Dohmen als „Kooperation der Kooperationen“. Heute steht sie für ein Modell, das auf kollektiver Stärke basiert. Co-Geschäftsführer Max Küppers fand klare Worte an die anwesenden Reiseprofis: „Seit einem Vierteljahrhundert seid ihr bei uns im Fokus – eure Reisebüros, ihr seid uns wichtig.“

Gleiche Konditionen für alle Mitglieder und eine gebündelte Einkaufsmacht gelten dabei als zentrale Erfolgsfaktoren. Wie nachhaltig dieses Modell ist, zeigte sich auch bei der Ehrung von 23 Reisebüro-Partnern, die seit der Gründung dabei sind.

Zwischen Krisenmodus und Zusammenhalt

Die Tagung stand spürbar unter dem Eindruck aktueller geopolitischer Entwicklungen. Im Mittelpunkt: der Iran-Konflikt und das damit verbundene Krisen-Management unter der Leitung von Melanie Gerhardt. Sie wurde auf der Bühne nicht ohne Grund als „Frau der Stunde“ bezeichnet. Während der jüngsten Entwicklungen arbeitete sie über Wochen im Dauereinsatz – und verbrachte laut eigener Aussage sogar 22 Nächte in einem Hotel nahe der Konzernzentrale, um rund um die Uhr verfügbar zu sein.

„122 Tage hat das Jahr bisher, und schon 148 Krisen – und die haben wir alle gemeinsam bewältigt“, sagte Gerhardt. Entscheidend sei dabei die enge Abstimmung mit den Reisebüros gewesen: „Wir wollten, dass ihr schnell, transparent und gut informiert seid.“

Auch Dertour-CEO Boris Raoul betonte die Bedeutung des Zusammenspiels: „In Zeiten der Unsicherheit ist der Verbund ein echtes Trust-Element.“ Gleichzeitig verwies er auf ein solides wirtschaftliches Fundament mit zweistelligen Umsatzzuwächsen im Geschäftsjahr 2024/2025 und einem Konzernumsatz von rund zehn Milliarden Euro. Zudem sei Dertour stark ins Jahr 2026 gestartet – vor der Krise habe das Wachstum im hohen einstelligen Bereich gelegen.

KI, Cashback und Fachkräfte: Die Dauerbrenner

Neben den aktuellen Krisen rückten auch strukturelle Herausforderungen in den Fokus. Allen voran der Fachkräftemangel: Wie Andreas Quenstedt erläuterte, fehlt es zunehmend an Nachwuchs im Vertrieb, während gleichzeitig das Durchschnittsalter in vielen Reisebüros steigt. Gegensteuern will DTPS unter anderem mit den „Travel Youngsters“ – einem Nachwuchsprogramm, das junge Talente gezielt an die Branche heranführen soll.

Ein weiteres dominierendes Thema war Künstliche Intelligenz. Viele Reisebüros befürchten, Kunden zu verlieren – aus Sicht von DTPS unbegründet. „KI kennt Daten. Ihr kennt Menschen“, sagte Dirk Bender. Entscheidend sei, die Technologie als Werkzeug zu nutzen und sinnvoll in die Prozesse zu integrieren.

Deutlich nüchterner fiel der Blick auf das Thema Rabatte und Cashback aus. Dirk Hansel zeigte zwar Verständnis für den Frust vieler Reisebüros, machte aber wenig Hoffnung auf Entspannung: Diese Modelle würden den Markt dauerhaft prägen, gerade weil Online-Anbieter damit gezielt Kaufimpulse setzen. Gleichzeitig betonte er die Stärke des stationären Vertriebs: Reisebüros hätten mit ihrer persönlichen Beratung und Kundennähe weiterhin klare Vorteile.

Dertour setzt auf „Home of Holidays“

Einen konkreten Ausblick gab Boris Raoul mit der Strategie „Home of Holidays“. Ziel ist es, Reisebüros künftig eine deutlich breitere Produktwelt aus einer Hand anzubieten – über klassische Pauschalreisen hinaus. Im Fokus steht dabei, Kunden langfristig zu begleiten: vom Badeurlaub über Rundreisen bis hin zu spezialisierten Angeboten. Dafür baut Dertour eine Plattform auf, über die Reisebüros Reisen flexibler und individueller zusammenstellen können.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Generation Z und die Millennials. In seiner Keynote zeigte Aida-Vertriebschef Alexander Ewig, wie stark sich das Verhalten dieser Zielgruppen verändert hat. Inspiration holen sie sich vor allem über Social Media und Influencer, klassische Informationswege spielen kaum noch eine Rolle. Gleichzeitig kommen viele Kunden deutlich besser vorbereitet ins Reisebüro – oft mit konkreten Vorstellungen.

Für den Vertrieb verändert sich damit die Aufgabe: weniger erklären, mehr einordnen, beraten und individualisieren. Ewig machte zugleich klar, welche Bedeutung die Zielgruppe inzwischen hat: Ein großer Teil von ihr stehe längst im Berufsleben und verfüge über eigenes Reisebudget.

Gemeinschaft bleibt der Schlüssel

Trotz aller Herausforderungen überwog am Ende ein klares Signal: Die Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen – von Technologie über Vertrieb bis hin zu neuen Kundenerwartungen.

DRV-Präsident Albin Loidl sprach von einer „krisenhaften Situation“, in der sich die Branche aktuell befinde, und forderte dazu auf, den Wandel aktiv mitzugestalten. Das gelinge nur mit starken Partnerschaften – und hier sei DTPS „bestens aufgestellt“.

Was die Gemeinschaft dabei ausmacht, brachte Mitgründer Andreas Quenstedt bereits zu Beginn der Tagung auf den Punkt: „Wir leben das Prinzip einer für alle und alle für einen – und das macht uns stark.“