San Francisco: Gewichtiger Besuch am Pier 39

Eine Gruppe von Seelöwen liegt dicht gedrängt auf schwimmenden Holzstegen in einem Hafen. Einige Tiere ruhen, während ein größerer Seelöwe aufrecht sitzt und den Kopf hebt. Im Hintergrund sind Boote, Stege und eine hügelige Stadtlandschaft mit dicht stehenden Gebäuden zu sehen.
Überragt seine Kollegen: Chonkers, ein Stellerscher Seelöwe, hält sich seit etwa einem Monat am Pier 39 in San Francisco auf. Foto: Pier 39

Am Pier 39 in San Francisco sorgt derzeit ein ungewöhnlich großer Besucher für Aufsehen: Ein Stellerscher Seelöwe mit dem Spitznamen Chonkers, was im Deutschen in etwa „Moppelchen“ entspricht, hat sich zwischen den deutlich kleineren kalifornischen Seelöwen niedergelassen. Mit mehr als 900 Kilogramm fällt das Tier schon aus der Ferne auf – und ist binnen kurzer Zeit zur Attraktion geworden. Fotos und Videos des massigen Meeressäugers verbreiten sich in sozialen Netzwerken, zugleich kommen viele Schaulustige an die Hafenpromenade.

Seit etwa einem Monat hält sich das Tier in der Bucht auf. Laura Gill vom Marine Mammal Center beschreibt den Seelöwen als „sehr gesund“. Ein möglicher Grund für den langen Aufenthalt könnte das gute Nahrungsangebot sein: In der Bucht gibt es derzeit offenbar viele Sardellen. Hafenbeamte bezeichnen Chonkers zudem als „Frühaufsteher“ – wer ihn sehen will, sollte also eher morgens kommen.

Seltener Gast im Süden

Dass der Seelöwe so viel Aufmerksamkeit bekommt, liegt nicht nur an seiner Größe, sondern auch an seiner Art. Stellersche Seelöwen sind größer und heller gefärbt als die in der Region üblichen Kalifornischen Seelöwen. Während letztere selten mehr als 380 Kilogramm wiegen, können männliche Stellersche Seelöwen laut US-Behörden bis zu 1.100 Kilogramm schwer und mehr als drei Meter lang werden. In San Francisco sind Sichtungen dieser Tiere „ziemlich selten“, weil sie normalerweise in kälteren Gewässern weiter nördlich leben.

Ganz unbekannt ist Chonkers in San Francisco allerdings nicht. Nach Angaben des Marine Mammal Center taucht er seit rund 15 Jahren immer wieder am K-Dock des Pier 39 auf – bislang jedoch nie so lange wie in diesem Jahr.

Der Ort ist ohnehin ein Zentrum für Seelöwen: Im Frühjahr 2024 wurden dort mehr als 2.000 Tiere gezählt, aktuell sind es rund 300. Seit 1989 gehören die Tiere fest zum Bild des Piers, doch ein derart gewaltiger Besucher bleibt selbst dort eine Ausnahme.