Das von einigen Veranstaltern und Kreuzfahrtanbietern hochgejubelte Last-Minute-Geschäft ist im Reisebüro-Vertrieb nicht angekommen. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Backoffice-Spezialisten Tats hervor. Der Auftragseingang der touristischen Buchungen lag im stationären Vertrieb demnach im Juni mit minus 3,8 Prozent deutlich unter dem Vorjahr. Der Teilbereich der Kreuzfahrten zeigte sogar ein Minus von 4,7 Prozent gegenüber dem Juni 2025.

Das Minus ist auch deshalb schwerwiegend, weil der Reisebüro-Vertrieb bei den Neubuchungen seit Ausbruch des Iran-Krieges fast durchweg in den roten Zahlen lag. Insofern war die Hoffnung groß, dass es vor dem Start der Ferien noch zu einer Buchungswelle kommt.
ta-Umfrage: Reisebüros unzufrieden
Dass die nicht eingetroffen ist, zeigt auch eine Umfrage von touristik aktuell unter Reisebüro-Inhabern, die in der nächsten Ausgabe 14/2026 erscheint. Darin kommt unter anderem Peter Marx vom Holiday-Land-Reisebüro KMC Reiselounge in Lünen zu Wort. Die Bilanz für seine fünf Büros: „Das Last-Minute-Geschäft ist sehr überschaubar.“ Er habe mit einer deutlich größeren Nachfrage gerechnet.
Laut Tats liegt der Auftragsbestand der touristischen Buchungen für das gesamte Touristikjahr im Reisebüro-Vertrieb nach den Juni-Zahlen nunmehr mit minus 3,8 Prozent unter dem Vorjahr. Der Kreuzfahrtbereich verzeichnet ein Plus von 3,2 Prozent.
Der Gesamtmarkt liegt nach Analysen des DRV dagegen mit rund einem Prozent im Plus.



