Reiseprofi startet Petition gegen Cashback-Modelle

Nach der erfolgreichen Petition von Reiseverkäuferin Isabella Schmidt aus München bittet nun der nächste Reiseexperte Counterprofis um Mithilfe: Alain Freeman vom Reisebüro Earlybird in Bergedorf will Cashback-Aktionen den Kampf ansagen. Am Freitag hat er eine Petition auf change.org gestartet.

Dass er den gleichen Weg wie Isabella Schmidt wählt, ist dem großen Erfolg der Aktion gegen die Abschaltung des Tools „Nur Hotel“ in Bistro-Portal geschuldet. „Ich war schwer begeistert, zu sehen, dass knapp 4.000 Reiseverkäufer an einem Strang ziehen“, sagt er. Gleichzeitig sei er verwundert, denn in der Branche gebe es eine noch viel größere Problematik, die vielen Reisebüros das Wasser abgrabe.

Erfolgloser Kampf gegen Check24

Rückvergütungs-Aktionen sind Freeman seit Langem ein Dorn im Auge. Erst in der vergangenen Woche habe er erneut Buchungen und somit Provisionen in Höhe von mehr als 700 Euro an Check24 verloren. „Es häuft sich und wird nach und nach existenzbedrohend“, sagt der Reisebüro-Inhaber. Besonders ärgerlich: „Die Buchungen waren eigentlich in trockenen Tüchern. Dann ging das Gefeilsche los.“ So gehe es nicht weiter, sagt er und bittet um Unterstützung.

„Das Aufkommen von Branchenfremden wie Check24, Kreditkartenunternehmen, Banken und Sparkassen, die sich im Touristiksegment breit machen und Online-Reiseanbietern wie Holiday Check und Co hat den Druck auf traditionelle Reisebüros enorm erhöht“, sagt Freeman. Diese Plattformen lockten Kunden und erweckten den Eindruck, dass Reisebuchungen online bequemer seien, „obwohl wir Reisebüros ebenso digital vernetzt sind“. Als Belohnung zur Online-Buchung werde mit großen Cashback-Aktionen geworben. „Dies führt dazu, dass die kompetente und persönliche Beratung, die wir in Reisebüros bieten, zunehmend weniger wertgeschätzt wird. Cashback ist existenzgefährdend und wettbewerbsverzerrend“, macht der Reisebüro-Inhaber in der Petition seinem Unmut Luft.

Appell an Veranstalter

Er appelliert an die Reiseveranstalter, sich ihrer Verantwortung wieder bewusst zu werden und den stationären Vertrieb im Reisebüro angemessen zu würdigen. „Denn ohne den stationären Vertrieb wären sie nicht, wo sie jetzt sind.“ Online-Plattformen nutzten ihre Marktmacht und profitierten von den überhöhten Provisionen der Reiseveranstalter, die kaum beim stationären Vertrieb ankommen, erläutert Freeman und fordert: „Zieht einen Schlussstrich und kündigt fristgerecht allen Cashback-Anbietern die Agenturverträge und schafft einen ,Code of Conduct‘“. Seiner Meinung nach haben Veranstalter nichts zu verlieren: „Der Kuchen wird neu verteilt und die Touristik-Inflation wird gestoppt. Ein Aufatmen in der Touristik wird schnell folgen“.

Genau dürfte sich aber als schwierig herausstellen, wie einige Urteile beispielsweise gegen Aida in der Vergangeheit zeigten.