Kerstin Wiezoreck lebt seit 35 Jahren ihren Traumberuf im Reisebüro. Die Reiseexpertin erzählt von Luxuszügen in Südafrika, kleinen griechischen Inseln, kuriosen Buchungen und einem besonderen Erlebnis in einem chinesischen Restaurant.
„Seit mittlerweile 35 Jahren lebe ich meinen Traumberuf im Reisebüro“, sagt Kerstin Wiezoreck. Die 61-jährige Reiseexpertin hat viele Jahre bei namhaften Reisebüros und Reisebüro-Ketten Erfahrungen gesammelt. Privat zog es sie vor einigen Jahren von Bonn nach Potsdam, wo Kerstin Wiezoreck seit 2020 zum dortigen Team des ADAC Reisebüros Potsdam gehört.
Geld spielt keine Rolle: Wohin würden Sie reisen?
Ich würde mir eine Reise nach Südafrika gönnen mit dem legendären Rovos Rail und dem African Explorer. Beide Luxuszüge verkörpern für mich Abenteuer, Kultur, Naturerlebnis und Luxus. Weit oben auf meiner Wunschliste steht auch eine Expeditionskreuzfahrt, um einmal echte Eisberge zu sehen und je nach Route mit etwas Glück auch Eisbären und Pinguine.
Was war Ihre schönste Inforeise?
Jede einzelne Reise war auf ihre Weise schön. Ein besonders prägendes Erlebnis während einer Inforeise war das Reinschnuppern in verschiedene Bereiche eines Hotels. Ich selbst habe beim Housekeeping hospitiert und konnte dabei hautnah erleben, wie viel Engagement hinter einem perfekt geführten Hotel steckt.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen auf Reisen?
Ein wirklich lustiges Erlebnis hatte ich in den 1990er Jahren in Peking: Unsere Reisegruppe suchte für den Abend ein kleines, typisch chinesisches Lokal aus. Außer uns waren dort nur Einheimische. Jeder von uns bestellte sein eigenes Gericht, worüber der Kellner leicht schmunzeln musste. Als das Essen kam, wussten wir auch warum: Jede Bestellung war ausreichend für sechs Personen! Was wir nicht wussten: In chinesischen Restaurants bestellt man nicht einzeln, sondern für die ganze Runde. Wenn ich an die Portionen denke, muss ich noch heute lachen.

Welches Ziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Man muss nicht immer weit reisen, um echte Schätze zu entdecken. Ich als Griechenland-Liebhaberin finde, dass die kleinen, eher unbekannten Inseln noch echte Geheimtipps sind – egal ob auf den Dodekanes, den Kykladen oder den Sporaden. Viele dieser Inseln sind bequem mit der Fähre erreichbar und bieten eine beeindruckende Vielfalt: charmante Dörfer, ursprüngliche Tavernen, traumhafte Buchten und die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen.
Was darf in Ihrem Reisekoffer nicht fehlen?
Neben meiner Reiseapotheke sind das Bücher! Ich liebe es einfach, in Geschichten einzutauchen. Im November entfliehe ich gern der dunklen Jahreszeit, lasse einfach mal die Seele baumeln und entschleunige – und dazu gehören für mich mindestens drei bis vier gute Bücher.
Was war Ihre ungewöhnlichste Buchung?
Einmal hatte ich jemanden am Tresen, der für eine Reise nach Teneriffa aus finanziellen Gründen nach einem halben Doppelzimmer fragte – so etwas gab es damals tatsächlich noch! Ich sollte dem Hotel außerdem mitteilen, dass leere Kartons und Altpapier für ihn bereitstehen sollten. Auf meine neugierige Nachfrage erklärte er, er sei Botaniker und wolle auf Teneriffa Studien an einheimischen Pflanzen durchführen.
Welche Bar ist die coolste?
Zu meinen Lieblings-Einkehrorten gehört das „Rastoni Koufonissia“ auf der Kykladen-Insel Koufonisi. Hier gibt es tolle Drinks, Cocktails, Wein und Craft-Biere, die mit einer Auswahl von Käse und Aufschnitten gereicht werden. Für mich ein perfekter Start in den Abend.
Mein Job & Ich erscheint alle zwei Wochen in touristik aktuell und danach hier online. Diese Folge finden Sie in ta 22/2025 vom 10. November 2025.
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