Von der Weihnachtsgans bis zur Robben-Tour: Reiseexperte Matti Pröhl erzählt von seiner ersten Safari in Namibia, seinem Traum von Peru und den Galapagos-Inseln – und von einer ungewöhnlichen Kundenanfrage rund um eine gefrorene Weihnachtsgans.

Den 26-jährigen Reiseexperten kann nichts mehr schocken: 2018 begann er seine Ausbildung in einem Thomas-Cook-Büro in Roth. Dieses wurde nach der Insolvenz erst von Galeria Reisen und dann von Dertour übernommen. Dort beendete Matti Pröhl seine Ausbildung und wechselte 2025 zu Noricus Tours in Nürnberg, wo er besonders die familiäre Atmosphäre schätzt.
Wenn Geld keine Rolle spielen würde: Wohin würden Sie gerne reisen?
Mein Lebenstraum ist tatsächlich eine Reise nach Peru. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würde ich die Reise gerne noch mit Ecuador und den Galapagos-Inseln verbinden. Gerade die Galapagos-Inseln finde ich unglaublich spannend, weil man sofort Bilder von den besonderen Tierarten und den berühmten Riesenschildkröten im Kopf hat. In Peru reizen mich vor allem Machu Picchu, die Alpakas und die beeindruckende Landschaft.
Was war Ihre schönste Inforeise?
Das war 2023 mit Chamäleon nach Namibia. Die Reise war wirklich großartig. Wir waren eine Gruppe von etwa zwölf Personen, und der Zusammenhalt war toll. Ich finde Gruppen- und Rundreisen generell schön, weil man viele Menschen kennenlernt. Besonders beeindruckend waren die Landschaft, der Sternenhimmel und natürlich die Tierwelt. Es war meine erste Safari – und hoffentlich nicht meine letzte. Ein absolutes Highlight war die Robben-Tour in Walvis Bay. Eine Robbe hat sich sogar mit ihrer Flosse auf mir abgestützt. Danach roch meine Hose zwar nach Fisch, aber das war ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen auf Reisen?
Ich bin eigentlich gar nicht besonders experimentierfreudig. In Namibia habe ich aber Kudu probiert, eine Antilopenart. Das war schon etwas Besonderes, auch wenn ich eigentlich nicht so gerne Fleisch esse. Dort habe ich übrigens auch Austern gegessen, obwohl ich Austern überhaupt nicht mag. Sie waren mit Käse überbacken und schmeckten richtig gut.
Welches Ziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Ich finde, dass Ziele in Südosteuropa, zum Beispiel Belgrad und Timisoara in Rumänien, noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Besonders Belgrad finde ich spannend. Dort gibt es beeindruckende Jugendstil- und Art-déco-Architektur, die viele wahrscheinlich gar nicht erwarten. Viele haben noch das Bild von heruntergekommenen Städten oder alten, grauen Gebäuden im Kopf. Dabei gibt es dort unglaublich schöne Ecken.
Was darf in meinem Gepäck nicht fehlen?
Ich nehme tatsächlich immer ein Buch mit auf Reisen und nehme mir jedes Mal vor, ganz viel am Strand zu lesen. Am Ende schlafe ich dann meistens oder schaue aufs Wasser – und schaffe kaum mehr als zehn Seiten.
Was war Ihre ungewöhnlichste Buchung?
In meinem ersten Lehrjahr wollte ein Kunde rund um Weihnachten eine gefrorene Weihnachtsgans mit ins Flugzeug nehmen. Ich dachte zunächst: Was? Das war wirklich eine der ungewöhnlichsten Anfragen, die ich je hatte. Zum Glück konnte ich sie an eine erfahrene Kollegin abgeben, die den Wunsch des Mannes tatsächlich erfüllen konnte. Man musste tatsächlich bei der Airline nachfragen, weil es dafür natürlich keine einfache Auswahl bei der Buchung gab. Am Ende hat es wohl funktioniert. Für mich war das damals definitiv eine ziemlich kuriose Erfahrung.
Mein Job & Ich erscheint alle zwei Wochen in touristik aktuell und danach hier online. Diese Folge finden Sie in ta 19/2026 vom 28. September 2026.
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Flosse, Genosse: Matti Pröhl traf in Walvis Bay auf eine neugierige Robbe
Foto: Matti Pröhl






