Miriam Agrebi blickt auf über 30 Jahre als Reiseverkehrskauffrau zurück: Start im ABR Reisebüro in Würzburg, dann Firmen- und Touristikgeschäft für die Reisebüro-Marken Hapag-Lloyd und American Express, später Leiterin des Reise- und Mice-Bereichs beim Würth-Konzern inklusive TUI Reisecenter. Seit 2006 hat sie in ihrer Heimat Rothenburg ob der Tauber ihr eigenes Reisebüro „Maro Reiseservice“.
Geld spielt keine Rolle: Wohin würden Sie reisen?
Auf die Galapagos-Inseln – und zwar mit einem kleinen Expeditionsschiff, mit dem man auch abgelegene Inseln erreicht. Und anschließend geht es zum Titicacasee und nach Machu Picchu.
Was war Ihre schönste Inforeise?
Das war eher eine Dienstreise als eine Inforeise. Ich durfte während meiner Tätigkeit im Hause Würth den Chef Reinhold Würth auf seiner von mir geplanten Weltreise begleiten. Die dauerte sechs Wochen und führte im Privatjet nicht nur zu den Standorten der Auslandsgesellschaften des Konzerns, sondern auch zu touristischen Highlights wie dem Ayers Rock in Australien, nach Neuseeland und Hawaii inklusive Helicopter-Flüge bis in die entlegensten Ecken sowie nach Bora Bora. Dort waren wir im Katamaran unterwegs. Da machte nicht nur die Reise an sich, sondern auch die extrem aufwändige Planung riesigen Spaß.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen auf Reisen?

„Spaghetti Angel Hair“ in einem Luxusrestaurant n Melbourne. Ehrlich gesagt, wusste ich vorher nicht, was mich erwartet. Es kamen schwarze Spaghetti in dunkelbraun-olivfarbener Sauce. Es sah furchtbar aus. Verblüffung: Es hat fantastisch geschmeckt. Das Gericht war mit Sepia-Tinte dunkel eingefärbt.
Welches Ziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Uganda war für mich eine echte Offenbarung – ein traumhaft schönes Land mit unfassbar grüner Natur, tollen und freundlichen Menschen sowie Nationalparks mit einer Tiervielfalt, die ihresgleichen sucht. Neben den Big 5, die wir nach wenigen Tagen bereits in den vielen Nationalparks gesichtet hatten, durften wir die fast ausgestorbenen Breitmaulnashörner in freier Wildbahn, die von Jane Godall geförderten Schimpansen im Kibale Nationalpark und final die Berggorillas im Bwindi Nationalpark erleben. 16 Berggorillas mit Silberrücken, verspielte Gorilla-Kindern und Mami-mit-Baby in unmittelbarer Nähe war einer der bewegendsten Momente meines Lebens.
Was darf in Ihrem Reisekoffer nicht fehlen?
Ich bin ein „Koffer-so klein-wie-möglich-Mensch“ – es kommt nur mit, was unbedingt gebraucht wird. Die nötigsten Klamotten, ein Ebook und das Handy. Zwar versuche ich auf Reisen nicht zu arbeiten, aber man muss ja im Notfall (wovon es gefühlt immer mehr gibt) erreichbar sein. Außerdem nehmen wir immer unsere Social-Media-Community mit auf Reisen.
Was war Ihre ungewöhnlichste Buchung?
Vermutlich die Weltreise, die ich bereits erwähnt habe. Aber auch der Flugeinkauf für einen großen Kongress mit über 1.000 Teilnehmern, die fast alle an einem Tag aus der ganzen Welt nach Dubai und sechs Tage später von dort in die ganze Welt zurückreisen mussten, war sehr besonders.
Welche Bar ist die coolste?
Für mich das Tambara Cafe im Valle Gran Rey auf La Gomera, einer meiner Lieblingsinseln. Dort auf der Terrasse zu sitzen, bei klarem Wetter El Hierro, La Palma und den Sonnenuntergang über dem Atlantik im Blick, dazu Dorada-Bier in der Hand und ein paar Tapas vor der Nase: das ist für mich wertvoller als jede Luxus-Bar der Welt.
Mein Job & Ich erscheint alle zwei Wochen in touristik aktuell und danach hier online. Diese Folge finden Sie in ta 12/2026 vom 22. Juni 2026.
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Miriam Agrebi vor der Tour zu den Berg-Gorillas in Uganda
Foto: privat





