TLTU-Tagung: Mit drei neuen Marken gegen den Cashback-Frust

„Ihr seid Wunscherfüller, Ideengeber, Problemlöser, Kümmerer, Vertrauter, Berater, persönliche Ansprechpartner, Ihr wisst, welches Hotel zu welchem Kunden passt, übernehmt Verantwortung, gebt Sicherheit.“ Als Ilka Lauenroth, TUI-Direktorin Vertrieb und Franchise, diese Worte am Montag an die rund 300 Reiseberater von TLT Urlaubsreisen/“Reiseberatung – powered by TUI“ im Plenum richtete, konnte man eine Stecknadel fallen hören. „Deshalb braucht ihr vor KI und Cashback keine Angst zu haben. Denn jeder Einzelne von euch ist die Antwort darauf.“

Die TUI-Managerin war Gast der diesjährigen Jahrestagung der mobilen Vertriebssparte von TUI, die noch bis Mittwoch im Melia Durres in Albanien stattfindet, und verbreitete wie TLTU-Chef André Repschinski jede Menge Optimismus in herausfordernden Zeiten.

Ein Thema der Jahrestagung sind die spürbaren Folgen des Iran-Kriegs, die den Alltag vieler Reiseberater erschweren. „Wir müssen zurzeit sehr viel Aufklärungsarbeit leisten“, sagten beispielsweise Claudia Nienaß und Claudia Gellert. Und trotzdem passiere es immer wieder, dass Kunden sich nach ausführlicher Beratung schließlich anders entscheiden.

Rückblick auf starkes Geschäftsjahr

Auch André Repschinski verwies auf die Folgen des Konflikts. Nach einem erfolgreichen vergangenen Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 180 Millionen Euro und einem Plus von 16 Prozent sei man stark ins neue Geschäftsjahr gestartet und dann mit den Auswirkungen des Kriegs konfrontiert worden. „Ich hoffe, dass bald eine diplomatische Lösung am Verhandlungstisch gefunden wird“, sagte er und machte gleichzeitig Mut: „Aus jeder schwierigen Situation wächst etwas Positives. Die Kunden werden sich erinnern, wer ihnen geholfen hat. Das wird sich langfristig auszahlen.“

Um die Partner zu unterstützen, habe man die Einstufung bereits erreichter Provisionsstufen eingefroren. „Leider kann ich Provisionsverluste nicht verhindern“, sagte er. „Aber zumindest ein bisschen unterstützen.“

Fokus auf Kreuzfahrt und Luxusreisen

Ein Schwerpunkt der Tagung ist das Thema Cashback. Um diesem zu begegnen, setzen Repschinski und sein Team auf drei neue Programme. Im wachstumsstarken und beratungsintensiven Kreuzfahrtsegment bündelt das Unternehmen unter „RB Mycruise“ verschiedene Maßnahmen, darunter eine neue Cruise Academy, exklusive Schiffsbesichtigungen und Event-Formate. Ergänzend gibt es einen „Mein Schiff Ocean Club“, ein Bonusprogramm für die 30 Top-Partner. Mit dem Programm soll die Partnerschaft zwischen TLTU und Mein Schiff weiter ausgebaut werden.

Im Luxussegment startet TLTU mit „RB Myluxury“ eine eigene Akademie, die Reiseprofis über aktuelle Trends informiert und gezielt im Verkauf schult. Begleitende Roadshows sind bereits in Planung. Nach Abschluss der Workshops erhalten die Teilnehmer Zertifikate, mit denen sie ihre Expertise sichtbar machen können. „Auch wenn das Segment relativ klein ist – nur etwa zehn Prozent der Kunden sind Luxusreisende –, so machten diese jedoch 30 Prozent des Gesamtumsatzes aus“, erklärte Repschinski.

Menschen vor einem modernen Hotelgebäude unter blauem Himmel; im Vordergrund ein großer, blauer Pfeiler mit der Aufschrift „Reiseberatung – powered by TUI“, daneben ein Mann, der lächelnd daran lehnt, während Teilnehmer der Veranstaltung ein- und ausgehen.
TLTU-Chef André Repschinski verbreitete auf der Jahrestagung in Albanien jede Menge Optimismus. Foto: uf

TLTU kreiert eigene Gruppenreisen

Ein weiteres Wachstumsfeld sieht der TLTU-Chef in individuell konzipierten Gruppenreisen. Unter „RB Mytours“ werden exklusive Reisen in Zusammenarbeit mit Gebeco entwickelt. Perspektivisch sollen auch weitere Partner eingebunden werden. Ziel sei es, „sich durch unverwechselbare Reiseerlebnisse mit besonderen Zusatzleistungen klar vom Wettbewerb, vor allem den Online-Portalen abzuheben und gleichzeitig die Kundenbindung nachhaltig zu stärken.“

Mit den eigens kreierten Reisen wolle er die „Strahlkraft“ der Berater stärken. Es gelte, den Markt selbstbewusst und aktiv selbst zu gestalten. „Beratung schlägt billig, Vertrauen schlägt das Vergleichsportal und Kompetenz Cashback“, zeigte er sich überzeugt.

Mit Selbstvertrauen und Strahlkraft in die Zukunft

Die Reaktionen auf die drei neuen Labels waren vor allem positiv. „Ich glaube, das wird etwas richtig Gutes“, sagte eine Beraterin. Eine andere fügte hinzu, dass sie sich über diese neuen Möglichkeiten und die große Unterstützung freue. „Das ist eine besondere Wertschätzung für uns.“

Die drei neuen Marken sollen den Reiseprofis mehr Selbstvertrauen geben und sie ermutigen, optimistisch zu bleiben. Auch er blicke zuversichtlich in die Zukunft, sagte Repschinski. Ein weiterer Grund für diesen Optimismus ist sicherlich auch die hohe Anzahl an neuen Beratern, die im vergangenen Jahr zu TLTU/ „Reiseberatung – powered by TUI“ gekommen sind. Insgesamt 77 neue Mitglieder konnte der TLTU-Chef begrüßen, unter ihnen sechs aus Österreich. Er freue sich sehr über die Neuzugänge. „Das unterstreicht die wachsende Strahlkraft der mobilen Reiseberatung über Ländergrenzen hinweg und zeigt, wie sich unser Netzwerk international kontinuierlich weiterentwickelt und zunehmend vernetzt.“

Übergang zu „Reiseberatung – powered by TUI“ geglückt

Während am Montag Vorträge und eine Reisemesse auf dem Programm stehen, haben die Reiseprofis am Dienstag Zeit, Albanien zu erkunden. Am Abend steht ein Gala-Dinner auf dem Programm, bei dem die Farbe Lila im Mittelpunkt steht. Sie ist die Farbmarke der neuen Dachmarke „Reiseberatung – powered by TUI“, die TLTU im vergangenen Jahr gelauncht hatte.

Der Übergang scheint geglückt. So hörte man auf der Jahrestagung nach anfänglicher Skepsis jede Menge Lob. Es sei das Beste gewesen, die drei Marken „Take Off“, „Holiday Profis“ und „Feria“ zu einer einzigen zu bündeln, sagten beispielsweise Anja Blasko und Jana Jothann. Und André Repschinski ergänzte: „Reiseberatung ist ein deutlich sichtbares Bekenntnis, wofür wir stehen und für das, was wir machen.“