

„Die digitale Welt bietet Reisebüros gewaltige Chance, den Kunden an sich zu binden. Man muss diese Chance aber auch aktiv nutzen“, so die Botschaft von TVG-Chefin Birgit Aust während der Jahrestagung der Franchise-Kette am vergangenen Wochenende in Prag.
Dass sich nicht jeder Reiseverkäufer „im Internet wie ein Fisch im Wasser“ bewegt, gibt Aust unumwunden zu: Viele Franchise-Nehmer hätten das neue Web-Seiten-Konzept der TVG, das die Reisebüros und ihre Leistungen in den Vordergrund stellt, noch nicht verinnerlicht. Das Ziel der Dreambox ist es, dem Kunden eine 360-Grad-Kommunikation zu bieten. Denn er entscheide, ob und auf welchem Weg er mit dem Reisebüro Kontakt aufnimmt, betonte Roman Borch von der Berliner Agentur E-Confirm.
Um verstärkt Kunden aus dem Netz für sich zu gewinnen, werden die TVG-Büros im Rahmen des Dreambox-Projektes im Internet präsenter in Szene gesetzt. Zentrales Thema sind dabei unter anderem mehr als 2.000 Reiseberichte, die in den vergangenen Monaten von einem Teil der 270 Reisebüros online gestellt und für Google entsprechend optimiert wurden. Um bestehenden Kunden aktiver als bisher Lust auf Urlaub zu machen, will die TVG das E-Mail-Marketing weiter ausbauen.
Trotz der vielfältigen Möglichkeiten des Kundenkontakts über soziale Netzwerke seien klassische E-Mail-Newsletter „nach wie vor ein sehr effektives Marketing-Tool“, warb Franchise-Chef Dirk Fassbender für mehr Engagement in diesem Bereich. Das Problem: Zwar haben auch die technisch affinen TVG-Büros viele E-Mail-Adressen gespeichert, für den zentralen Versand von Newslettern haben sie aber oft keine Freigabe von den Kunden. So können derzeit lediglich an 60.000 Kunden Newsletter verschickt werden.
Um künftig zielgruppenspezifische Angebote zu machen, benötige man 500.000 E-Mail-Adressen, gab Fassbender die Richtung vor. Dabei gehe es nicht um digitalen Aktionismus. Aber man dürfe das Feld nicht den Onlinern überlassen, so Fassbender. Kunden seien es heutzutage schlichtweg gewohnt, Newsletter mit Urlaubsangeboten zu erhalten – und die meisten würden dies auch wünschen: „Nur die Immobilienbranche hat höhere Öffnungsraten als die Touristik“, berichtete Fassbender.
Wenig überraschend ist die aktuelle Geschäftsentwicklung bei der TVG. Wie in den vergangenen Jahren entwickelt sich die Kette deutlich besser als der Markt. Insgesamt steht derzeit ein Plus von 13 Prozent in den Büchern, die Büros der Marke Sonnenklar kommen sogar auf einen Zuwachs von 20 Prozent.
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