DRV-Vorständin Ulrike Katz: Frust sorgt für Rücktritt

Aus diesen Worten spricht eine ganze Menge Frust: In einer an die Fachmedien versendeten Mitteilung hat Ulrike Katz, Vizepräsidentin der Säule E im Deutschen Reiseverband (DRV) und Vorsitzende des DRV-Ausschusses Bildung, ihren Rücktritt von beiden Positionen zum 31. Dezember angekündigt.

Eine blonde Frau mit blauem Kleid spricht vor einem dunklen Hintergrund in ein Mikrofon und hält eine Karte mit dem DRV-Logo in der Hand auf einer Bühne.
Enttäuscht vom DRV: Vizepräsidentin Ulrike Katz. Foto: privat

Ulrike Katz vertritt die Säule E der assoziierten Mitglieder seit Februar 2023, vor einem Jahr wurde sie wiedergewählt. Ihre Bedingungen für die erneute ehrenamtliche Tätigkeit machte sie in einem Plädoyer deutlich: Veränderungsbereitschaft, Dialog und Zusammenarbeit. Und genau das hatte der gleichzeitig neu gewählte Präsident des Verbandes, Albin Loidl, auch angekündigt.

„Wille zur Veränderung fehlt“

Passiert ist aber offenbar nicht viel – und genau das hatte Ulrike Katz wohl befürchtet. Denn schon zur Wahl sagte sie: „Wenn der Wille zur Veränderung fehlt, werde ich dieses Amt irgendwann nicht mehr mit voller Überzeugung ausüben können.“

Dieser Punkt ist nun offenbar erreicht: „Ich sehe bei Tempo, Transparenz und Veränderungswillen keine ausreichende Bewegung mit entsprechenden Konsequenzen. Und ich sehe nicht, dass die Säule E als vollwertiger Teil der Reisewirtschaft im DRV wahrgenommen wird“, schreibt sie in ihrem Statement.

Weiterhin schreibt Ulrike Katz, die im eigenen Berufsleben Gründerin und Chefin der Agentur Visions Ahead ist: „Wenn sich die Welt und die Geschäftsmodelle in unserer Branche verändern, müssen wir uns und unsere Organisationen ebenfalls verändern.“

„Bereit, unbequeme Fragen anzugehen“

Das gelte für die Modernisierung des Ehrenamts, die sie von Anfang an eingefordert habe. Und es gelte „für eine Frage, die sich der DRV selbst stellen muss: Wer sollen die Vorstände und Präsidenten der 2030er und 2040er Jahre sein?“

Sie sei immer bereit gewesen, „diese unbequemen Fragen anzugehen, die notwendige Transformation einzufordern und mitzugestalten“. Sie sehe aber „bisher nicht, dass die Dringlichkeit erkannt wird“.

Ich engagiere mich gern für unsere Branche, wie bisher auch ehrenamtlich. Aber es gibt Grenzen. Ich schließe nicht aus, mich anderweitig in der Branche weiter einzubringen.

Ulrike Katz, DRV-Vizepräsidentin

Erfolg mit Young-Talent-Ideen

In ihrer Amtszeit hat Katz unter anderem die Young Career Community mit über 100 Mitgliedern neu aufgesetzt, das Young-Talents-Programm als Jahresprogramm mit Jury-Prozess etabliert, das digitale Austauschformat „Säule E | Insights“ eingeführt und die Tagung für Berufsschullehrer wiederbelebt.

Ein Herzensthema ist für sie die Novellierung der Ausbildungsordnung für Tourismuskaufleute. Sie sei „ein wichtiges Zeichen einer Transformation. Wer sich damit beschäftigt, beschäftigt sich zugleich mit der Frage: Wie geht es für unsere Branche weiter?“ Der Prozess brauche engagierte Träger in Vorstand, Geschäftsführung und Branche, so Katz.

400 Unternehmen in Säule E

Den DRV-Hauptstadtkongress, der morgen und am Freitag in Berlin stattfindet, will Ulrike Katz für Gespräche mit möglichen Nachfolgerinnen und Nachfolgern nutzen. Die Bereichsversammlung der Säule E findet am 16. Oktober um 12.30 Uhr statt.

In der Säule E des DRV sind über 400 Unternehmen organisiert, darunter Versicherungen, IT-Anbieter, Marketing- und PR-Agenturen, Fremdenverkehrsämter, Ausbildungsanbieter sowie Dienstleister für Verkehr und Mobilität, darunter auch Mietwagen-Broker wie Sunny Cars.

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