South-Luangwa-Nationalpark: Den Löwen auf der Spur

Mit Guide Deb Tittle geht es durch den Süd-Luangwa-Nationalpark
Mit Guide Deb Tittle geht es durch den Süd-Luangwa-Nationalpark
Auf Augenhöhe mit einem Löwen
Auf Augenhöhe mit einem Löwen. Fotos: hb

Die Warnung kommt von rechts. „Piou!“ schreit der Pavian mit hoher Stimme und erinnert damit seine Jungtiere, die in den Bäumen herumturnen, vorsichtig zu sein. Gilt der Alarm uns? Deb Tittle, unser Guide, legt den Finger auf die Lippen. Leise jetzt, sagen ihre Augen: Jetzt bloß nicht auf Äste treten, deren Knacken alles verraten könnte.

Der Wind steht günstig. Später wird Deb erzählen, dass sie die Spur der Raubkatzen bereits eine halbe Stunde lang verfolgt hat. Doch für die Gäste ihrer Walking Safari kommt der Anblick überraschend: Ein paar Dutzend Meter vor uns leuchtet das sandfarbene Fell zweier Löwen. Niemand wagt es, sich zu rühren. Bis die Jäger sich bewegen und uns zwei gelbe Augenpaare anstarren. Eine Schrecksekunde später geschieht: nichts. Denn wir halten genügend Abstand, um die Tiere nicht zu provozieren. Und Menschen passen ohnehin nicht ins Beuteschema von Löwen – glücklicherweise.

Kalkulierbares Risiko

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„Zu Fuß im Busch unterwegs zu sein: Das bedeutet, ständig über das Verhalten der Tiere nachzudenken, ihnen Respekt zu zollen, ihnen den Weg frei zu machen“, sagt Guide Deb. Die 55-Jährige führt seit mehr als 20 Jahren Besucher durch den South-Luangwa-Nationalpark. Bei geführten Wanderungen nähert man sich dem Wild auf Augenhöhe. Auch Nationalpark-Ranger Gilbert Banda passt auf, dass nichts passiert: Er hat das Gewehr schussbereit. Zum Schutz von Touristen einsetzen musste er es noch nie. Deb weiß, wie groß die Distanz sein muss, um selbst die gewaltigen Büffel mit kalkuliert geringem Risiko beobachten zu können.

Kurze Saison für Walking Safaris

Der South-Luangwa-Nationalpark liegt im Nordosten Sambias und ist das wohl spektakulärste Schutzgebiet des Landes. Der Luangwa ist einer der wenigen komplett naturbelassenen Flüsse Afrikas – es gibt weder Staudämme noch Industrie. In den Lagunen und Altarmen halten sich Wasser und Gras auch noch in der Trockenzeit und sorgen so für großen Tierreichtum. Deb ist hier mit ihrem Unternehmen Surefoot Safaris unterwegs, aber auch der von Spezialisten wie Abendsonne Afrika gern gebuchte Anbieter Robin Pope Safaris.

Zwar lässt sich der South-Luangwa-Nationalpark das ganze Jahr über besuchen, doch für die Walking Safaris ist die Saison kurz: Sie werden meist nur in der Trockenzeit von Juni bis Oktober angeboten. Auf Komfort muss man dabei nicht verzichten. Die Gäste wandern entlang des Luangwa durch den Busch, begleitet von einem Guide, einem Nationalpark-Ranger und einem Helfer. Unsichtbare Geister bewegen derweil die geräumigen Zelte mit Feld-betten, wärmen Wasser für die Buschdusche und halten den Chardonnay kalt für den Sundowner mit Blick auf eine Herde Flusspferde, die sich ein paar Meter entfernt im kühlenden Schlamm suhlt.

Wer dann die nächtlichen Geräusche des Buschs, jene Kakofonie aus Grunzen, Rascheln, Raunen und Brüllen, einmal nur durch eine dünne Plane von der Natur getrennt im Zelt erlebt hat, tut sich schwer, wieder in die Zivilisation zurückzukehren. „Ich sehne mich nicht nach der Großstadt“, lächelt Deb, „ich habe hier die beste Unterhaltung, die ich mir vorstellen kann.“

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