Bali: Auf dem Großsegler durch die Inselwelt Südostasiens

Zumindest einmal pro Reise werden alle Segel gesetzt
Die Star Clipper ist der Asien-Segler von Star Clippers. Fotos: mg

Der Empfang ist schier überwältigend. Mehr als 20 Musiker der Bergbewohner Lomboks begrüßen die Gäste, beäugt von der Dorfbevölkerung Senarus. Am Rand stehen Frauen in T-Shirts mit dem Aufdruck „Women Guides Association“. Sie werden nach der Begrüßung die rund 30 Ausflügler des Großseglers Star Clippers durch ihr Dorf führen.

Normalerweise verirren sich in diesen Ort auf der Nachbarinsel von Bali nur Rucksacktouristen, die von hier aus den Vulkan Rinjani besteigen. Der ist mit 3.200 Metern Höhe der zweithöchste Berg Indonesiens. Der Aufstieg dauert zwei Tag, der ganze Ort ist auf Trekking-Touristen eingestellt.
Doch diese Reisegruppe ist anders. Es sind Kreuzfahrttouristen des Segelanbieters Star Clippers, der seine Gäste hierher gebracht und dafür einen Vertrag mit der Women Guides Association von Lombok getroffen hat.

Kultur und Tradition auf Lombok

Dieser geht es darum, Gästen ihre Kultur näherzubringen. Das war am Anfang ein schweres Unterfangen – die Initiative wurde vor allem von den älteren Bewohnern argwöhnisch beobachtet. Doch seit die Gästeführerinnen mit ihrem Service Geld in die Kassen spülen, wird ihre Arbeit akzeptiert.
Und zu sehen gibt es viel in Senaru: Ein Teil des Dorfes hat die historische Form bewahrt, das Leben spielt sich noch heute in den traditionellen Häusern ab. Die Gäste tauchen ein in die Lebensweise der Bewohner, dürfen die Häuser betreten und erleben, wie Reis und Kaffee angebaut werden.
Der Ausflug in das Herz von Lombok war bis zum Erdbeben im August dieses Jahres Teil der Indonesien-Törns der Star Clipper. Sie sind einzigartig und führen zu Inseln wie Madura, Gili Ginteng und Sumba, wo kaum ein Tourist hinkommt.

Auf Java wird der brodelnde Vulkan Mount Bromo besucht, auf Bali die Nordküste und das Inselinnere. Im Komodo-Nationalpark warten Warane auf die Kreuzfahrtgäste der Star Clipper. „Wir fahren gerne dorthin, wo andere nicht hinkommen“, beschreibt Kreuzfahrtdirektor Peter Kissner das Konzept.
In Indonesien geht das gut auf: Überall wird die Star Clipper begeistert begrüßt. Piers zum Anlegen gibt es nur in Ausnahmefällen, angelegt wird in der Regel per Wet-Landing: Der Tender fährt so nah wie möglich an den Strand, dort steigen die Passagiere über eine Leiter ins Wasser. Das kann auch mal bis zur Brust reichen. „Das Paradies hat seine Tücken“, sagt Kissner und schmunzelt.

Wasserski auf Gili Sudak

Eine der Paradiesinseln ist Gili Sudak im Südwesten Lomboks. Einen Tag lang können die Passagiere am Strand spazieren, im Gewässer schnorcheln, Kajak oder Wasserski fahren. Es ist der perfekte Ausgleich zu den Moscheen und Tempeln von Moslems, Hindus und Buddhisten.
Genau dieser Mix sei der Reiz Südostasiens, meint eine Passagierin aus Norddeutschland, die im Vorjahr mit dem Schwesterschiff Star Flyer durch die Karibik segelte. „Die Strände dort sind fantastisch, davon abgesehen gibt es aber nicht viel. Nach rund zwei Wochen kann man kaum noch die Inseln voneinander unterscheiden.“
Dies werde ihr nach der Südostasien-Reise nicht passieren: „Jeder Tag war anders“, schwärmt sie und ergänzt: „Der Höhepunkt war Senaru. Toll, was die Frauen dort auf die Beine stellen.“

Von Matthias Gürtler


Segeln in Südostasien
Bali, Brunei und erstmals auch Borneo: Sabahs Hauptstadt Kota Kinabalu ist 2019 ein neues Ziel im Fahrplan der Star Clipper. Sie kreuzt seit dem Sommer 2017 ganzjährig in Südostasien. Angeboten werden im nächsten Jahr 15 Routen, viele Reisen können kombiniert werden. Das Routing ab/bis Bali entspricht den diesjährigen Sommer-Törns.
 Im kommenden Winter segelt die Star Clipper auf einer nördlichen und einer südlichen Route ab/bis Phuket. Infos unter www.starclippers.com.
Größter Vertriebspartner in Deutschland ist Star Clippers Kreuzfahrten in Hannover. Infos gibt es per E-Mail an info@star-clippers.de.

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