Im Reich der Nudelsuppe

Luna weiht in die Geheimnisse der vietnamesischen Küche ein. Foto: cd
Luna weiht in die Geheimnisse der vietnamesischen Küche ein. Foto: cd

Hoi An ist die Stadt der Laternen und Kochschulen

„Wenn es regnet, lächeln die Frauen“, sagt ein Sprichwort in Vietnam. Luna, Küchenchefin in der Red Bridge Cooking School, lächelt viel an diesem Morgen. Es regnet in Strömen, aber wir sind gut gerüstet. Luna trägt einen der traditionellen Strohhüte, wir stecken in bunten Plastikhäuten, die umsichtige Händler für ein paar Cent anbieten, sobald der erste Tropfen fällt. Hoi An war einst der größte Hafen Südostasiens und ein Teil der Seidenstraße. Schiffe aus China und Japan schlugen hier ihre Waren um. Händler bauten prachtvolle Anwesen, Tempel, Versammlungshäuser.

Später kamen Inder, Portugiesen, Niederländer und die English East India Company dazu. Dann versandete der Hafen an der Mündung in das Süd‧chinesische Meer. Hoi An fiel in einen Dornröschenschlaf. Selbst in den Kriegen des 20. Jahrhunderts fanden hier keinerlei Kampfhandlungen oder Bombardements statt.

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Der Name der zentralvietnamesischen Stadt bedeutet „friedliche Gemeinschaft“. Das ist Hoi An noch heute. Die Stadt hat nur knapp 80.000 Einwohner. ‧Die hinreißend schöne Altstadt ist zum Unesco-Weltkulturerbe geadelt worden. In den einstigen Kontoren und Lagerhäusern werden inzwischen Seidensouvenirs angeboten, bunte Stofflampions etwa, die in örtlichen Werkstätten gefertigt werden. Schneider bieten Maßkleidung, über Nacht mit heißer Nadel fehlerfrei genäht.

Und man kann in Hoi An gut essen, aber vor allem gut kochen lernen. In zig Cooking Schools wird perfekt organisiert vermittelt, was die Geheimnisse der vietnamesischen Küche ausmacht. Deshalb haben wir uns mit Luna getroffen. Unser erstes Ziel ist der Markt am Flussufer mit Bergen von exotischen Früchten, mit Gemüse und duftenden Gewürzen, mit nie gesehenen Fischen und Mollusken.

Dann steigen wir in das Boot der Kochschule, tuckern auf dem Fluss Hoai an Palmen und bemoosten Fassaden vorbei, passieren Fischer vor ihren Stellnetzen und legen nach einer halben Stunde am knallroten Steg der Red Bridge Cooking School an.

Luna trägt inzwischen eine blütenweiße Kochjacke und eine Mütze mit der Aufschritt „Chef“. Was nun folgt, ist die präzise geplante Choreografie eines kulinarischen Lernprogramms. Erste Station ist ein Gang durch den Kräutergarten mit seinen gepflegten Beeten. Wir schnuppern Zitronengras, Koriander und Thai-Basilikum.

Danach geht es in die Lernküche unter einem strohgedeckten Dach. Draußen rauscht der Regen, aber wir sehen Luna zu, die Schritt für Schritt die Zubereitung der Gerichte vorführt. Endlich geht jeder an den eigenen kleinen Gasherd, wo dienstbare Geister schon die Zutaten für den jeweiligen Gang bereitgestellt haben.

Der Vormittag endet in einer Schwelgerei. Auf dem Tisch stehen: Meeresfrüchtesalat in halbierter Ananas, mit Shrimps gefüllte Reispapierröllchen, dampfende Pho-Nudelsuppe und ein herrlich aromatischer vegetarischer Auberginen-Eintopf.

Dann bricht die Sonne durch, und der Himmel reißt auf. Gut so, denn am Abend wird, wie jeden Monat, in die Vollmondnacht hinein gefeiert. Hoi An verwandelt sich in ein mondsüchtig-zauberisches Wunderland. Lampions und Laternen sind nun die einzige Beleuchtung. Auf dem Fluss treiben schwimmende Lichter. Hoi An ist wie Indochina in einem alten Film: träge, gelassen, voller exotischer Details.

Weitere Infos zur Red Bridge Cooking School unter www.visithoian.com.

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