Das wahre Downton Abbey

Das imposante Highclere Castle mit seinem markanten Turm wird von großen, grünen Nadelbäumen eingerahmt, während Besucher vor dem historischen Gebäude gehen.
Highclere Castle wurde von 1839 bis 1842 im Neo-Renaissance-Stil erbaut. Foto: jt

England: Highclere Castle diente als Kulisse für die weltbekannte Fernsehserie – und zieht heute jede Menge Besucher an

In der Schlange vor der Eingangstür kommen wir mit einem Paar aus Kent ins Gespräch. „Ihr schaut in Deutschland also auch ‚Downton Abbey‘?“, fragt uns der ältere Herr. Dann beantwortet er die Frage einfach selbst: „Nun ja, ich vermute, ‚Downton Abbey‘ schaut man rund um die Welt.“

Das stimmt: „Downton Abbey“ gilt als eine der erfolgreichsten britischen Serien aller Zeiten, und auch die drei Kinofilme spielten Summen in dreistelliger Millionenhöhe ein. Kein Wunder also, dass „das wahre Downton Abbey“, Highclere Castle, ein Herrenhaus in der Grafschaft Hampshire rund 100 Kilometer südwestlich von London, heute ein Besuchermagnet ist.

Serie in sechs Staffeln

Das Schloss im Neo-Renaissance-Stil wurde von 1839 bis 1842 nach den Plänen von Charles Barry erbaut, der unter anderem auch das Houses of Parliament in London entworfen hat. In der Serie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, ist Downton Abbey das Zuhause von Earl und Countess Grantham und ihrer drei Töchter sowie einer Schar von Dienstboten, deren Schicksale der Zuschauer über sechs Staffeln gebannt verfolgte.

Auch im wirklichen Leben wohnt in Highclere Castle eine Adelsfamilie. Die aktuellen Schlossherren sind George Herbert, der 8. Earl of Carnarvon, und seine Frau Fiona. Sie verwalten das berühmte Anwesen, das bereits seit 1679 im Besitz der Familie ist, und öffnen es unregelmäßig für Besucher. Dass die Familie dort wohnt und die Räumlichkeiten tatsächlich auch nutzt, merkt der Besucher sofort – nicht nur daran, dass Fotografieren in den Innenräumen verboten ist.

Ein sonniger Gartenweg führt an üppigen Blumenbeeten mit weißen Blüten, Zierlauch und einem dunklen Rankgerüst vorbei, während Personen den Weg entlanggehen.
Mit ihrer Eintrittskarten können Besucher den ganzen Tag den Park und die Gärten erkunden

Auf Beistelltischen stehen dicht gedrängt Familienfotos, an den Wänden hängen Porträts der Vorfahren und in Regalen im Schlafzimmer reihen sich moderne Krimis und Thriller nebeneinander. Der Downton-Abbey-Fan sieht im Geiste trotzdem Lord Grantham am Schreibtisch in der Bibliothek sitzen, Lady Mary durch die Halle schreiten und Butler Mr. Carson im Esszimmer nach dem Rechten schauen.

Mit ihrer Eintrittskarte können sich Besucher den ganzen Tag auf dem Anwesen umsehen, die vielen Libanon-Zedern im Park bewundern, zu einem der „Follies“ genannten Zierbauten wie dem Tempel der Diana spazieren oder den Secret Garden entdecken. In der ehemaligen Scheune ist heute ein Restaurant untergebracht, vom Café hat man einen Blick aufs Schloss. Der Souvenir-Shop bietet eine Vielzahl von Memorabilia für Fans – von Kühlschrankmagneten über Tassen und Puzzle bis hin zu T-Shirts.

Für die Besichtigung des Hauses muss man vorab ein Zeitfenster von zweieinhalb Stunden buchen. Um den Besucherfluss zu verteilen, werden mit einigem Abstand Gruppen von etwa zehn Leuten ins Haus eingelassen – deswegen die Schlange vor der Tür.

Schade, meint der ältere Herr aus Kent noch, dass man die Küche „downstairs“ nicht besichtigen könne. Die Filmaufnahmen aus dem wuseligen Reich der Köchin Mrs. Patmore wurden in den Ealing Studios in London gedreht – denn in Highclere Castle gibt es längst eine moderne Edelstahlküche.

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Der Besuch von Highclere Castle

Highclere Castle ist normalerweise in den Sommermonaten von Sonntag bis Donnerstag geöffnet sowie zu speziellen Events rund um Weihnachten, Ostern und an Feiertagen in Großbritannien. Da das Interesse groß ist, ist eine frühe Buchung empfehlenswert. Der Eintritt für Haus und Garten kostet aktuell 26 Britische Pfund. Informationen und Tickets gibt es unter www.highclerecastleshop.co.uk