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Aussichtsreich: Die Turracher Höhe bietet Skifahrern fantastische Fernblicke.
Aussichtsreich: Die Turracher Höhe bietet Skifahrern fantastische Fernblicke. Foto: mc


Auf der Turracher Höhe kümmern sich Pisten-Butler um kleine und große Ski-Malheure. Sie reparieren Bindungen, helfen Verletzten, schenken Prosecco aus und kennen die schönsten Plätze für einen Heiratsantrag – ein ungewöhnlicher Service mit Charme.

Der letzte Schwung vor der Einkehr in die Skihütte. Vorfreude auf deftige Kärntner Käseknödel und ein feines Gläschen Wein aus der Steiermark. Doch da passiert’s: Plötzlich fliegt die Bindung vom Ski. Zum Glück hat der Skifahrer nur wenig Tempo drauf. ‧Allerdings auch kein Werkzeug zur Hand, geschweige denn Ahnung, wie man das Malheur auf knapp 2.000 Metern Höhe selbst reparieren könnte.

Ulrich Knallnig sitzt über seinem Mittagessen und hat das Missgeschick zufällig beobachtet. Er zögert keine Sekunde und nähert sich jenem Gast mit dem defekten Ski. Ein paar geübte Handgriffe und die Bindung sitzt wieder fest auf dem Brett. Der Urlaubstag ist gerettet – dank „Pisten-Butler“ Knallnig.

Mädchen für alles

Auf der Turracher Höhe in den österreichischen Nockbergen gibt es insgesamt drei dieser besonderen Butler. Sie sind kostenlose Dienstleister und Mädchen für alles: ambulante Werkstatt, Erste-Hilfe-Station, kulinarische Ratgeber, Orientierungshilfe und nicht zuletzt Freudenspender. Da gibt es Lollis und Traubenzucker für die Kleinen, ein Gläschen für die Großen. Und für triefende Nasen gibt’s eine Packung Taschentücher. Und das alles gratis.

Per Ski und Motorschlitten sind Knallnig und zwei Kollegen im Gebiet unterwegs. 38 Pistenkilometer werden von den Butlern bedient. Besonders beliebt ist die mobile Bar: Am Nachmittag wird Prosecco ausgeschenkt.

Dann sind die Butler schnell von einer Menschentraube umringt. Bis zu sieben Kartons à sechs Flaschen gehen täglich drauf. „Das sind mehr Liter als in den gesamten Tank des Motorschlittens passen“, lacht Gertraut Brandstätter. Die 53-Jährige ist seit einigen Jahren Pisten-Butlerin und findet, dass sie den schönsten Beruf der Welt hat. „Weil wir den Gästen Freude bereiten“, sagt sie. Inoffizielles Motto: Kundenbindung von Kunden mit Skibindung.

Immer zur Stelle: Die Pisten-Butler sind bei Wintersportlern sehr beliebt.
Immer zur Stelle: Die Pisten-Butler sind bei Wintersportlern sehr beliebt. Foto: mc

Schnee- und geschmackssicher

Zu denen gehört auch Franz Klammer. Die österreichische Skilegende wedelt häufiger auf den Pisten der Turracher Höhe. Die Hochebene bietet perfekte Ausblicke in die Ferne – etwa an der Bergstation des 2.205 Meter hohen Kornock. Die Region gilt als sehr schneesicher. Und zudem als sehr geschmackssicher, was vielleicht daran liegt, dass die Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark genau durch die Turracher Höhe verläuft und das Beste aus beiden Bundesländern aufgetischt wird.

Vor 15 Jahren verrichteten die Pisten-Butler erstmals ihren Dienst. Später gesellte sich der „Alm-Butler“ ‧hinzu. Von anderen Destinationen wurde die Idee vielfach kopiert: etwa mit einem „Loipen-Butler“, „Bike-Butler“ oder „Thermen-Butler“. Sogar einen Shopping- und Romantik-Butler soll es mittlerweile geben.

Apropos Romantik: Die Pisten-Butler sind auch bei Heiratsanträgen behilflich – weil sie die schönsten Stellen für den Kniefall kennen und immer eine Flasche Prosecco im Gepäck haben, erläutert Butler Knallnig grinsend und fügt hinzu: „Bis jetzt hat noch keine der Damen ‚Nein‘ gesagt.“

Von Martin Cyris

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