Rovaniemi: Wo der Weihnachtsmann Joulupukki heißt

Audienz beim ‧Weihnachtsmann: Unser Autor sitzt auf einem Stuhl, auf dem schon Chinas Präsident Xi Jinping Platz genommen hat. Foto: Santa Claus Village

Was sich Millionen von Kindern jedes Jahr erträumen, ist nur in Rovaniemi, der Hauptstadt von Finnisch-Lappland, möglich: die Begegnung mit dem Weihnachtsmann – behaupten jedenfalls die Verantwortlichen für das Santa Claus Village.

Und tatsächlich ist dieses auf 50 Hektar Grund angesiedelte Dorf direkt am Polarkreis derart bekannt, dass jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit rund 80.000 Besucher aus aller Welt anreisen, um den Joulupukki (so heißt hier der Weihnachtsmann) persönlich zu treffen und sich, umgeben von winterlicher Schnee- und Eiskulisse, in weihnachtliche Stimmung versetzen zu lassen.

Man muss sich das Dorf als eine Ansammlung von großen und kleineren Gebäuden im Blockbaustil vorstellen mit Souvenirshops, Restaurants, Rentier-und Huskyfarm, Snowmobile Park, Schlittschuhbahn und Eisbar sowie Bungalows und Iglus zum Übernachten für mehr als 300 Personen. Hauptattraktion ist natürlich der Weihnachtsmann, der in seinem Santa Claus Office tagtäglich Kinder wie Erwachsene willkommen heißt.

Von jedem Besucher, der neben ihm Platz nimmt, werden Fotos gemacht, die dann gegen einen nicht zu geringen Obulus gekauft werden können (der Eintritt ins Village ist übrigens kostenlos); Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Außenminister Sergei Lawrow waren auch schon da.

Fragt man den Joulupukki, ob er eine Vertretung hat, antwortet er, er sei nie krank, ernähre sich von guter finnischer Kost und schlafe viel. Wie sehr er auf allen Kontinenten verehrt wird, beweisen Abertausende Briefe und Postkarten, die ihn im Santa Claus’ Main Post Office erreichen. Aus dem Irak schrieben Mohammed und Ahmed „We love you“.

Für die Adventszeit seien allein 150 Charterflüge in Rovaniemi avisiert, die meisten aus Großbritannien, weiß Sanna Kärkkäinen von Visit Rovaniemi zu berichten. Die Deutschen seien zu Weihnachten in der Minderzahl, obwohl sie übers Jahr gesehen die größte ausländische Besuchergruppe in Finnisch-Lappland ausmachten. Mehr deutsches Interesse verspricht sich Kärkkäinen, wenn die Fluggesellschaft Germania im Dezember und Januar Liniendienste von Berlin und Zürich nach Rovaniemi beziehungsweise von Düsseldorf nach Kittilä einrichtet.

Im Santa Claus Village, das seit 1985 besteht, und im nahe gelegenen Santa Park, einem unterirdisch angelegten Areal für weihnachtliche Shows und Workshops (Wiedereröffnung am 19. November), arbeiten auch touristische Dienstleister, die mehrtägige Touren mit Rentier- oder Husky-Schlitten durch arktisches Gelände organisieren.

Zu ihnen zählt Wild Nordic Finland, ein Safariveranstalter, der in diesem Winter zum ersten Mal Flüge anbietet, auf denen man das Nordlicht sozusagen aus der Nähe beobachten kann, wenn es sich denn am Himmel zeigt (80-prozentige Sicherheit wird garantiert) – Preis pro Person 399 Euro.

Alles über das Weihnachtsdorf in Rovaniemi finden Sie online unter www.santaclausvillage.info und www.joulupukkitv.com.

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