Saintes-Inseln: Die Beschaulichkeit der Heiligen

Das Rathaus von Terre-de-Haut
Das Rathaus von Terre-de-Haut. Foto: cd

Guadeloupe verbindet französisches Lebensgefühl mit karibischer Vielfalt. Wer per Fähre nach Les Saintes übersetzt, entdeckt ruhige Gassen, bunte Häuser und Strände wie aus dem Bilderbuch.

Eine Doppelinsel in Form eines Schmetterlings, dazu wie Blüten in die türkise See getupfte weitere zahllose Eilande – Guadeloupe betört Reisende mit vielfältigen Landschaften. Zudem ist die Einreise einfach. Denn die Karibikinsel ist ein französisches Übersee-Departement, deshalb genügt der Personalausweis. Bezahlt wird mit Euro und parliert wird auf Französisch, Englisch und Creole.

Doch der Archipel von Guadeloupe, der zu den Kleinen Antillen zählt, umfasst viel mehr Eilande als nur die Flügel der beiden mit einer Engstelle verbundenen Hauptinseln Basse-Terre und Grande-Terre.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Wer Karibik wie einst erleben will, nimmt eine der Fähren ab dem Hafen von Trois-Rivieres auf Basse-Terre. Bald liegen die Inseln Les Saintes voraus: „Die Heiligen“ meinen neun Eilande, von denen zwei bewohnt sind. Die meisten Besucher entscheiden sich für Terre-de-Haut. Ein einziges Dorf schmiegt sich in eine Bucht, die zu den schönsten der Welt gezählt wird. Am Hafen findet sich ein Fresko mit einem deutschen Willkommensgruß.

Unterwegs auf Les Saintes

Blick auf das Dörfchen Terre-de-Haut
Blick auf das Dörfchen Terre-de-Haut. Foto: cd

Die Tourismuschefin Beatrice Periot spricht selbst fließend Deutsch und arbeitet im kleinen Office du Tourisme gegenüber dem Schiffsanleger. Aber ein paar Brocken Französisch sind auch in diesem Teil unseres Nachbarlandes immer gern gesehen.

Auf Les Saintes gibt es kaum Autos. Man bewegt sich mit Elektrokarren, Rollern, Fahrrädern oder zu Fuß durch die Gassen mit ihren bunten Häuschen. Inselrundfahrten kann man spontan im Minibus buchen, was sich schon wegen des atemberaubenden Blicks vom Fort Napoleon lohnt. Hier sind das Inselmuseum sowie ein Garten mit exotischen Pflanzen beheimatet. Weiter geht es zur Plage Pompierre, wo Hurrikan „Maria“ im Herbst 2017 viele der Kokospalmen umgedrückt hat. Ein Fresko erinnert daran. „Doch insgesamt ist Guadeloupe von den großen Stürmen damals zum Glück wenig betroffen worden“, so Busfahrer Richard Vincent.

Das Dörfchen Terre-de-Haut ist wunderbar entspannt. Man hält ein Schwätzchen mit Charlene Hoff, die Fischcrepes, Stockfisch-Krapfen und hausgemachte warme Blutwurst am ambulanten Stand verkauft. Dann bewundert man auch das hübsche Rathaus und die gepflegten Häuser in Knallfarben. Nun aber auf zum Dorfstrand mit kleinen Restaurants und dem charmanten Hotel „Lo Bleu“. Beim Baden kommt man mit Pierre ins Plaudern, einem pensionierten Fischer, der, wie sich herausstellt, der Gatte der Imbissverkäuferin ist. Die Welt ist klein, vor allem hier.

Liebesqualen zum Abschied

Immerhin insgesamt vier Hotels im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich sowie die Aqua-Lodge als schwimmendes Ferienhaus hat Terre-de-Haut zu bieten. Bevor die Fähre wieder ablegt, muss man noch ein Päckchen Tourments-d’Amour-Küchlein kaufen. Die frisch gebackenen „Liebesqualen“ gibt es wahlweise mit einer Füllung aus Kokos, Guave oder Banane. Schmecken tun sie alle – nach der fruchtigen Süße der Karibik.

Von Claudia Diemar