Das andere Florida

Abseits der Touristenmeilen gibt es Ferienhäuser in verschiedenen Preis- und Komfortklassen. Rechts: der Leuchtturm von St. Augustine.
Abseits der Touristenmeilen gibt es Ferienhäuser in verschiedenen Preis- und Komfortklassen. Rechts: der Leuchtturm von St. Augustine. Fotos: hw


Abseits von Floridas Freizeitparks locken ruhige Küsten, breite Strände und ursprüngliche Natur. Zwischen Atlantik und Golf von Mexiko warten romantische Badeorte, kleine Inseln und viel Wildnis – ideal für alle, die Florida entspannt erleben möchten.

Doch Nachtschwärmer seien davor gewarnt: Die nächste Disco kann bis zu 70 Kilometer weit weg sein. Die größeren Orte entlang dieses etwa 100 Kilometer langen Küstenstreifens sind Flagler Beach und St. Augustine.

Dinner unterm funkelnden Sternenhimmel

Hier gibt es kleinere Hotels, ruhige Golfplätze, gemütliche Straßencafés und auch etwas bessere Restaurants. Aber keine Sorge, Michelinsterne gibt es hier nirgends. Stattdessen kann man nachts einen funkelnden Sternenhimmel bewundern, dessen Spiegelung auf dem Wasser die Schaumkronen des Atlantiks zum Funkeln bringen.

Von dieser romantischen Stimmung wissen auch viele junge amerikanische Brautpaare, die deshalb gerne an den nördlichen Küsten von Florida ?ihre Flitterwochen verbringen. Dazu bevorzugen Frischvermählte aber den nordwestlichen Teil von Florida, das so genannte Panhandle. Hier gibt es verschiedene große Hotels mit internationalem Standard.

Geeignet für Badeurlaub mit Kindern

An der Golfküste von Florida sind die Strände breiter als am Atlantik, und das Meer ist wesentlich ruhiger. Das macht diese Strände besonders geeignet für einen Badeurlaub mit Kindern. Der gesamte Golfküstenstreifen bis hinunter nach St. Petersburg hat viele vorgelagerte kleine, unbewohnte Inseln, die zu einem Picknick-Ausflug per angemieteten Boot einladen.

In den Flüssen und Seen im Landesinnern lauern Schlangen und Alligatoren.
In den Flüssen und Seen im Landesinnern lauern Schlangen und Alligatoren. Foto: hw

Das Landesinnere zwischen den beiden nördlichen Küstenstreifen ist touristenfrei und gehört den dortigen Bewohnern.

Hier gibt es Ortschaften mit nur zwei oder drei Straßen, einer Tankstelle, einem Hardwarestore und einer Post. Die zahlreichen Flüsse und Seen in dieser Region sind von einer üppigen tropischen Flora umgeben.

Doch vor einer Abkühlung in diesen Gewässern sei dringend gewarnt, denn Alligatoren und Schlangen sind hier allgegenwärtig. An manchen freien Stellen weisen Schilder auf die Gefahren hin: „Don’t feed the Gators!“ (Füttern der Alligatoren verboten!). Und daran sollte man sich unbedingt halten.

Ohne Auto geht es nicht

Zur Entdeckung dieses unberührten Teils von Florida benötigt man – wie fast überall in den Vereinigten Staaten – ein Auto. Wer seine Entdeckungstour von Orlando aus startet oder sie dort beendet, sollte unbedingt im Restaurant Seasons 52 an der Sand Lake Road Rast machen. Das ist der Pilotbetrieb für ein neues Gastronomiekonzept der Darden-Gruppe und bietet eine vorzüglich leichte Küche mit Produkten aus vorwiegend biologischem Anbau.

Von Harald Weiss