Ahorn, Belugas, Blauwale

Ein Kind steht mit dem Rücken zur Kamera auf einem Felsen am Meer und streckt beide Arme in die Höhe, während im Hintergrund eine Walflosse zu sehen ist.
Glücklich: junger Walbeobachter bei Les Escoumins. Foto: Ram Malis

Québec bietet Familien Natur, Abenteuer und französisches Flair. Zwischen dem prächtigen Château Frontenac, bunten Ahornwäldern und der Walbeobachtung am Sankt-Lorenz-Strom wird Kanada zur spannenden Alternative für den Familienurlaub.

Es ist zwar nicht Disney World, aber ein echtes Märchenschloss immerhin! Als Ben und Hanna einen ersten Blick vom altehrwürdigen Château Frontenac erhaschen, sind sie verzückt. Eifrig beginnen die siebenjährigen Zwillinge die zahlreichen Türme des Prachtbaus über dem Sankt-Lorenz-Strom zu zählen.

Château Frontenac: Ein Märchenschloss für die ganze Familie

Der Schlossführer trägt Zylinder und ein goldschimmerndes Gilet mit hohem Kragen. Wenn François Lapointe, verkleidet als Handelsreisender aus dem 19. Jahrhundert, Familien durch das Schloss begleitet, wirkt er wie ein Relikt aus Zeiten, als in Québec noch die Gouverneure der französischen Kolonie La Nouvelle France residierten. Seine jungen Gäste sind begeistert.

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Ein blauer Hintergrund mit weißem Text, der einen Zeitraum vom 7. bis 18. September, Angebote für Kinder und Stornierungen sowie einen Button enthält.

„Welcome to Québec! Wir wissen hier, was kalt ist und was heiß. Wir haben uns an dieses Wetter angepasst, also fragen Sie nicht, warum wir hier verrückt sind.“ Flugs widmet sich Lapointe seinem Schloss. Zahlreiche Gäste aus Hollywood, dem Hochadel und der Haute Politique waren im Château Frontenac zu Gast. Und immer mehr Familien lassen sich von dem üppigen Prunk des Wahrzeichens der Provinz im Osten Kanadas verzaubern.

Québec mit vielen Familien-Highlights

„Es sieht vielleicht aus wie ein französisches Schloss, ist aber viel eher das, was sich ein Nordamerikaner darunter vorstellt“, sagt Lapointe über das 1892 vom New Yorker Bruce Price für die ­Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway nach Vorbild der Loire-Schlösser geplante Hotel.

Eigentlich seien Kanadier gerne in den USA unterwegs, aber gerade entdeckten sie lieber ihr eigenes Land, sagt Lapointe. Auch mehr Europäer besuchten derzeit Québec. Lapointes Beobachtungen passen zu den Zahlen, denen zufolge viele Touristen aus Übersee 2025 Kanada den USA vorzogen. Auch immer mehr Familien entdecken das Land im 
Moment als Alternative zu Trumps USA. Für Familien hat gerade Québec weit mehr zu bieten als das berühmte Château Frontenac.

An der Küste des mächtigen Sankt-Lorenz-Stroms bieten die um-­liegenden Wälder schier unendliche Möglichkeiten für Wanderungen, Fahrradtouren und Kanu-Ausflüge. Hier werden für Kanada-Urlauber auch die europäischen Wurzeln Québecs besonders sichtbar. Die Dorfkirchen mit ihren spitzen Türmen scheinen aus der Normandie oder Bretagne gestohlen.

Natur, Kultur und süße Leckereien

Beim Bäcker kann man den Alten mit Baguette unterm Arm beim Schwatz zuhören. Die Kinder werden in den Cafés Québecs so manche Lieblings-­süßigkeit entdecken. „Trous de Beigne“ und das hier „Chocolatine“ genannte Pain au chocolat gehören für viele zu den Favoriten. Wenn die Eltern zum Croissant gerne einen „Americano“ hätten, sollten sie jedoch aufpassen. Die Kanadier servieren seit Neustem lieber einen „Canadiano“.

Im September und Oktober färben sich die Wälder um Charlevoix und La Malbaie in ein Gemälde in Gelbgrün, Goldorange und Hagebuttenrot der Ahornbäume. Die Regionen rund um den Sankt-Lorenz-Strom gelten als die wichtigsten Export­gebiete von Ahornsirup weltweit. Bis in den April kann man hier auch Skifahren. Einige Hotels wie der Club Med Charlevoix haben sich auf Familien eingestellt und bieten vielfältige Kids-Club-Aktivitäten, Wanderungen für diverse Altersgruppen im Sommer und Skikurse im Winter.

Walbeobachtungen: Ein Highlight für Kinder und Eltern

An der Felsküste hinter Tadoussac halten von Mai bis Oktober viele nach Walen Ausschau. Kaum ­irgendwo sonst kann man so viele Arten beobachten. Die Kinder begeistern sich vor allem für die verspielten, schneeweißen Belugas und Blauwale. Hier stehen die Chancen gut, sie selbst von Land aus zu sehen. Alternativ kann man sie auch vom Boot, Zodiac oder dem Kleinflugzeug aus erleben.

Das unbestrittene Highlight der Kanada-Reise für Ben und Hanna: ein Kajak-Ausflug zu den ­Giganten der Meere. Als ein Wal nur wenige Meter vor ihnen auftaucht und eine Atemluft-Fontäne in die Luft prustet, kennt das Jauchzen keine Grenzen.

Win Schumacher

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