Auf Schienen zum Fuji

Ein weißer Shinkansen-Zug fährt auf einer erhöhten Strecke vor dem schneebedeckten Berg Fuji, davor erstreckt sich ein Feld mit blühenden rosa Blumen.
Mit 320 km/h rauscht der berühmte Shinkansen am Fuji vorbei. Foto: blanscape / iStock

Japan lässt sich besonders eindrucksvoll mit der Bahn entdecken. Der Shinkansen bringt Reisende mit Tempo 320 durchs Land, während Panoramastrecken durch Küsten, Berge und Dörfer zeigen: Hier ist der Weg mindestens so spannend wie das Ziel.

Zugfahren – kann das so schwierig sein? Eigentlich nicht, schließlich macht es Japan den Reisenden einfach: Nahezu alle Großstädte sind per Shinkansen verbunden (zu Deutsch: „Neue Schnellstrecke“). Mit rund 320 Kilometern pro Stunde rasen sie durchs Land und sind so pünktlich und sauber, dass sie längst eine regelrechte Bahn-Legende sind.

Und weil sowieso jeder Tourist von Tokyo nach Kyoto will, ist es geradezu logisch, die 500 Kilometer mit dem Shinkansen zu reisen – in etwas mehr als zwei Stunden übrigens. Freilich stellt sich schon am Bahnsteig in der Tokyo Station die erste Frage: Wozu dienen die vielen farbigen Markierungen am Boden? Erst wenn die anderen Passagiere eintrudeln, zeigt sich: Hier ist klar vorgegeben, welcher Waggon wo hält (was sie auch zentimetergenau tun) und wo man für welchen Sitz anstehen soll. Weil auf der Strecke alle paar Minuten unterschiedliche Modelle verkehren, lässt sich farblich sogar erkennen, für welches Zugmodell die Markierung gilt.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Wohin mit dem Koffer?

Kenner kommen übrigens ein bisschen früher auf den Bahnsteig, denn viele der Züge nach Kyoto erhalten in Tokyo eine schnelle Grundreinigung, das „Sieben-Minuten-Wunder“: So lange braucht die auf Effizienz trainierte Crew, um den Zug auf Vordermann zu bringen. Alle Bewegungen sind choreografiert – ein beeindruckender Anblick! Danach gibt es eine kurze Verbeugung vor den wartenden Passagieren und der Zug ist bereit. Drinnen stellt sich gleich die nächste Frage: Wohin mit dem Koffer? Die Antwort gefällt den wenigsten westlichen Reisenden: Ab in die Gepäckablage über dem Sitz. Diese ist allerdings in der Regel viel zu schmal für einen ordentlichen Koffer. Gut, dass es noch die Koffer-Regale zwischen den Waggons gibt, die man allerdings seit dem Jahr 2020 unbedingt im Voraus am Japan-Rail-Ticketschalter oder online buchen muss!

Dass die meisten Japaner damit kein Problem haben, hat einen einfachen Grund: Sie schicken ihr Großgepäck einfach per Kurierdienst voraus und ersparen sich so eine Menge Anstrengung.

Genuss mit Fuji-Blick

Dafür haben alle einen Plastikbeutel mit „Eki-Bento“ dabei, denn anders als in normalen Zügen darf man im Shinkansen essen. Diese richtig hübschen „Zug-Lunchboxen“ mit kalten Gerichten gibt es überall am Bahnhof – schade wäre es, hier nicht zuzugreifen! Die passende Aussicht bekommt man auf dieser Strecke übrigens auch dazu, sofern man einen Sitz auf der rechten Seite gebucht hat: Bei gutem Wetter darf man nach rund 40 Minuten auf einen tollen Fuji-Blick hoffen.

Tolle Aussichten gibt es allerdings nicht nur auf dieser Strecke und auch nicht nur aus dem Shinkansen. Wer gerne langsam reist und Lust auf das ländliche Japan hat, ist mit der Sanriku-Bahn, die sich an der Pazifikküste Nord-Honshus über 163 Kilometer entlang schroffer Klippen und idyllischer Fischerdörfer schlängelt, wunderbar beraten. Richtig kitschig wird es übrigens Ende April/Anfang Mai, wenn die Kirschbäume blühen. Auch die Fahrt von Osaka nach Takayama in den japanischen Alpen oder die Hisatsu-Linie auf Kyushu mit großartigen Aussichten auf Vulkanlandschaften und subtropisch-grüne Täler, um nur einige zu nennen, sind ein echtes Highlight – und übrigens Grund genug, noch ein paar Tage an das klassische Programm dranzuhängen.

Dauer-Favorit Japan Rail Pass

Mit diesem Ticket reisen ausländische Besucher für ein, zwei oder drei Wochen auf allen Japan-Rail-Strecken unbegrenzt durchs Land. Trotz einer substanziellen Preiserhöhung im Jahr 2023 bleibt er eine günstige Möglichkeit, individuell zu reisen: Derzeit kosten sieben Tage umgerechnet 321 Euro, 14 Tage 507 Euro und 21 Tage 643 Euro. Idealerweise kauft man ihn bereits im Ausland und erhält einen Voucher, den man vor Ort im Reservierungsbüro der Japan Rail gegen den Rail Pass austauscht.

Dort kann und sollte man auch gleich gratis die Sitzplätze für alle geplanten Reisen reservieren. Wichtig ist dabei: Es gibt mehrere Kategorien von Shinkansen, die beiden schnellsten mit Namen Nozomi und Mizuho sind im Rail Pass nicht inbegriffen. Wer lediglich in einer Region unterwegs ist, ist eventuell mit einem der günstigeren regionalen Rail-Pässe besser beraten, wie dem Japan East Rail Pass oder Kyushu Rail Pass.

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Dauer-Favorit Japan Rail Pass

Mit diesem Ticket reisen ausländische Besucher für ein, zwei oder drei Wochen auf allen Japan-Rail-Strecken unbegrenzt durchs Land. Trotz einer substanziellen Preiserhöhung im Jahr 2023 bleibt er eine günstige Möglichkeit, individuell zu reisen: Derzeit kosten sieben Tage umgerechnet 321 Euro, 14 Tage 507 Euro und 21 Tage 643 Euro. Idealerweise kauft man ihn bereits im Ausland und erhält einen Voucher, den man vor Ort im Reservierungsbüro der 
Japan Rail gegen den Rail Pass austauscht.

Dort kann und sollte man auch gleich gratis die Sitzplätze für alle geplanten Reisen reservieren. Wichtig ist dabei: Es gibt mehrere Kategorien von Shinkansen, die beiden schnellsten mit Namen Nozomi und Mizuho sind im Rail Pass nicht inbegriffen. Wer lediglich in einer Region unterwegs ist, ist eventuell mit einem der 
günstigeren regionalen Rail-Pässe besser 
beraten, wie dem Japan East Rail Pass oder Kyushu Rail Pass.