Best Ager auf Reisen: Warum Badeurlaub nicht mehr reicht

Anzeige
Eine Frau treibt entspannt auf dem Rücken im ruhigen Wasser, während im linken Bildbereich die Logos von Le Méridien, St. Regis und The Westin zu sehen sind.

Die Generation 50 plus verändert ihre Reisegewohnheiten. Gefragt sind zunehmend Rundreisen, Kultur und Wellness. Gleichzeitig gibt es eine offenbar stabile Nachfrage für Langzeiturlaub und Reisen in kleinen Gruppen.

Eine Gruppe von vier Personen steht mit dem Rücken zur Kamera und blickt auf eine Küstenlandschaft, wobei eine Person in die Ferne auf das Meer zeigt.
Das Buchungsverhalten von Best Agern verändert sich. Foto: Rawpixel/iStock

Steigend ist zudem die Nachfrage für Soloreisen und Angebote, die Gemeinschaft ermöglichen, ohne die individuelle Freiheit einzuschränken. Das zeigen die Einschätzungen mehrerer Reiseveranstalter im Zuge einer Umfrage von touristik aktuell.

„Den einen Best Ager gibt es aus unserer Sicht nicht“, sagt René Wächtler, Teamleiter bei Eberhardt Travel. Die Zielgruppe sei ausgesprochen erfahren, qualitätsbewusst und individuell. Statt stereotypischer Seniorenangebote seien Reisen gefragt, die Sicherheit und Komfort mit Entdeckungen, Begegnungen und persönlicher Freiheit verbinden.

Das sieht man bei TUI ähnlich: Auch beim Marktführer steht das klassische Seniorenprodukt nicht mehr im Mittelpunkt. Best Ager seien heute „sehr reiseerfahrene, aktive und qualitätsbewusste“ Reisende, berichtet Produktchef Steffen Boehnke. Besonders gefragt seien Reisen, die Erholung mit authentischen Erlebnissen verbinden – von Kulinarik und Natur über leichte Aktivangebote bis zu Rundreisen, Kreuzfahrten sowie Wellness- und Longevity-Angeboten.

Zwar lieben viele Best Ager weiterhin klassischen Badeurlaub, speziell in Adults-only-Häusern. Doch parallel wächst die Nachfrage nach Alternativen. So stellt Anex bei seinen 50-plus-Gästen eine verstärkte Nachfrage nach „komfortablen, erlebnisorientierten und kulturell geprägten Reisen“ fest, etwa nach Portugal und Spanien.

Anzeige
Eine Übersicht verschiedener Hotelmarken-Logos auf dunkelblauem Hintergrund, angeordnet in einer Reihe unter der Überschrift ELEGANCE COLLECTION.

Kultur und Gruppenreisen: Der neue Fokus

Auch Ausflüge zu historischen Sehenswürdigkeiten, etwa in der Türkei, seien wieder stärker gefragt, berichtet Anex-Produktleiterin Sebnem Iscen. Das vermeintlich steigende kulturelle Interesse spielt auch Trendtours in die Hände: Die Nachfrage nach organisierten Rundreisen sei nach wie vor hoch, heißt es vom Best-Ager-Marktführer.

Veranstalter wie Chamäleon, SKR, Gebeco und Dertour sehen zudem bei Reisen in kleinen Gruppen Potenzial. Sie würden „organisierte Abläufe mit Einblicken in Kultur, Lebensweise und Natur“ verbinden. Wichtig sei, den Gästen Freiraum für eigene Entdeckungen zu lassen.

Eberhardt Travel beobachtet bei seinen Gruppenreisen einen „klaren Trend“ zu intensiveren Erlebnissen abseits des Massentourismus. Die sogenannten Petit-Reisen finden mit acht, zwölf oder maximal 16 Gästen statt.

Langzeitreisen und Flexibilität

„Mehr Zeit für die Reise“ ist ein weiterer Trend. TUI verzeichnet eine wachsende Bedeutung von Longstay und Reisen in der Nebensaison. Viele Best Ager seien zeitlich flexibel und würden zunehmend außerhalb der Ferienzeiten verreisen. Sicherheit, Organisation und sehr hochwertige Hotels blieben dabei wichtige Kriterien.

Dertour beobachtet in diesem Zusammenhang einen Trend zum Slow Travel. Die Kunden blieben länger an einem Ort und wollten intensiver in Kultur und Alltag des Reiseziels eintauchen. Hinzu kommen Langzeit- und Überwinterungsreisen von mehreren Wochen oder sogar Monaten. Samir Sukhni, Hoteleinkäufer bei Alltours, sieht hier sogar eine wachsende Nachfrage. Ihm zufolge gewinnen Aufenthalte von mindestens drei Wochen an Bedeutung.

Gesundheit und Wohlbefinden: Neue Prioritäten

Grundsätzlich gehören Gesundheit und Wohlbefinden zu den Wachstumsfeldern. Gefragt seien zunehmend Angebote rund um Entspannung, Bewegung, Prävention und Wohlbefinden. Bei Fit Reisen beobachtet Senior Product Managerin Esther Snehotta zudem eine zunehmende Nachfrage nach Reisen, die Erholung mit Prävention und Regeneration verbinden. Longevity, individuell zugeschnittene Gesundheitsprogramme und hochwertige Ernährungskonzepte gewännen an Bedeutung. Zunehmend gefragt seien zudem Produkte für Alleinreisende. Vor kurzem hat der Veranstalter mehrere neue Kataloge herausgebracht.

Soloreisen werden auch für andere Anbieter wichtiger. So spricht etwa Dertour von einer wachsenden Nachfrage nach „Soloreisen mit Gemeinschaftserlebnis“. Die Kunden wollten unabhängig unterwegs sein und gleichzeitig neue Menschen kennenlernen. Eberhardt Travel bezeichnet dies als „Gemeinschaft ohne Zwang“. Alleinreisende suchten demnach keine Partnervermittlung, sondern gut organisierte Reisen, bei denen sie unkompliziert Anschluss finden und ihren persönlichen Freiraum behalten.

Einer Kundenbefragung von Leitner Reisen zufolge setzen Best Ager besonders auf Busreisen und nahe Ziele. Kurze Reisen von fünf bis sieben Tagen sowie Rund- und Städtereisen sind gefragt. Entscheidend sind Erlebnis, Preis und ein gutes Gesamtpaket.

Gewinnspiele