
TUI Deutschland geht bei den Gehältern für die rund 4.700 Mitarbeitern des Konzerns weiterhin eigene Wege: Das Unternehmen schließt sich nicht den Tarifverträgen der Branche an, sondern hat mit Verdi einen weiteren Haustarifvertrag vereinbart.
Und der ist konträr zur Branchenlösung. Während die Arbeitgeber unter dem Dach der DRV-Tarifgemeinschaft erstmals eine Teilung der Gehälter bei Veranstaltern einerseits und Reisebüros andererseits durchgesetzt haben, werden die Angestellten bei TUI ab sofort wieder gleichgestellt. Im bisher gültigen Haustarifvertrag waren die Beschäftigten des Veranstalters bessergestellt.
Der Hintergrund: Im vergangenen Jahr wurden die Vertriebstochter TLT und der Online-Ableger TUI.com mit der Muttergesellschaft TUI Deutschland zusammengeführt. Diese Gleichstellung habe man nun auch bei den Gehältern erreicht. Grund zum Jubel sieht Verdi jedoch nicht. „Wir sind zufrieden, aber nicht euphorisch“, zitiert die Hannoversche Allgemeine Verhandlungsführer Gerd Denzel.
Je nach bisherigem Gehalt steigt der Verdienst der TUI-Mitarbeiter durch den neuen Tarifvertrag zwischen einem und drei Prozent. Gleichzeitig testet TUI im Vertrieb ein neues Bonusmodell: Wenn ein Reisebüro den geforderten Umsatz erreicht, sollen alle Mitarbeiter einen Zuschlag bekommen.
Mitarbeiter im Veranstalterbereich profitieren davon, dass die 2011 vereinbarte kostenlose Mehrarbeit von 3,75 Stunden im Monat gestrichen wird. Damit gilt fortan wieder die 38,5-Stunden-Woche. Der Haustarifvertrag läuft über 16 Monate bis Ende September 2016.


