
Ein „gehöriges Wachstumspotenzial“ für den stationären Vertrieb sieht Guido Wiegand, Marketing-Chef von Studiosus und Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), im Bereich Gruppenreisen. Bislang ist der Marktanteil niedrig. Der Reiseanalyse 2018 zufolge nahmen rund 2,3 Millionen Menschen an einer Gruppenreise teil, doch nur ungefähr 700.000 Reisen – also 26 Prozent – wurden im Reisebüro gebucht. „Der Wunsch der Menschen nach sozialen Kontakten ist enorm, auch bei der jüngeren Generation“, meint Wiegand. Das gelte auch fürs Reisen. „Insofern ist der Ansatz der Gruppenreise zeitlos.“
Laut Wiegand setzen die Vertriebsorganisationen aktuell stark auf das Thema Kreuzfahrt. Er regt an, dasselbe mit dem Thema Gruppenreisen zu machen. Wiegand hält es für realistisch, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Million Gruppenreisen in stationären Reisebüros gebucht werden können – „wenn sich der Reisebüro-Vertrieb darauf konzentriert“.
Als größte Hürde sieht er die Buchbarkeit. „Der Gruppenreisemarkt ist sehr stark fragmentiert, es gibt nur wenige große Anbieter und sehr viele kleine.“ Dies habe zur Folge, dass das gesamte Gruppenreisegeschäft bislang nur rudimentär über die Systeme zu buchen sei. „Die Beseitigung dieses strukturellen Problems ist eine wesentliche Voraussetzung, um in das Geschäft einzusteigen.“
Was Wiegand noch zum Thema Gruppenreisen zu sagen hat und was Reisebüros seiner Meinung nach konkret tun können, lesen Sie im Interview in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell.


