Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Auctus Capital Partners sieht die Übernahme von LMX Touristik als langfristiges Projekt. Zwar denke man bei Investments „immer auch daran, sie mittel- bis langfristig zu veräußern“. Bei LMX habe man jedoch „keinen Druck“, die Beteiligungen schnellstmöglich weiterzuverkaufen.
Ganz im Gegenteil, betont Auctus-Partner Daniel Meuthen. Gemeinsam mit dem LMX-Management habe man „viel vor“. Es gebe „keinen fixen Veräußerungs-Plan für die nächsten Jahre“. Vielmehr sei man der Meinung, unter dem Dach der neu gegründeten Trägergesellschaft Mondiani Group „gemeinsam mit dem LMX-Team einen Marktführer in Europa schaffen zu können“. Dafür nehme man sich die nötige Zeit.
Weiter Weg zur Marktführerschaft
Diese Zeit wird Auctus auch brauchen. Denn bislang bildet die LMX-Gruppe, die nunmehr zu 100 Prozent zu Mondiani gehört, eher eine Nische in Deutschland: Der Veranstalter rangiert inklusive der Marke Suntrips mit einem Umsatz von rund 350 Millionen Euro etwa auf einer Höhe wie der Best-Ager-Spezialist Trendtours. Zu den Top Ten der deutschen Veranstalterbranche fehlte zuletzt noch ein gutes Stückchen.
Aus Sicht von Auctus ist das kein Problem. Die Gesellschaft ist auf den Mittelstand spezialisiert, besteht seit 25 Jahren und ist inhabergeführt. Der Fokus liegt auf sogenannten Buy-and-Build Konzepten mit dem Ziel, marktführende Unternehmensgruppen aufzubauen.
Ein Großteil des verwalteten Kapitals kommt dabei vom Auctus-Team selbst. Dies unterstreiche den „nachhaltigen Investmentansatz“, heißt es aus München.

Hotelgruppe mit 80 Häusern
Auctus investiert branchenagnostisch. Das heißt: Das Unternehmen konzentriert sich nicht auf eine bestimmte Branche. Deutlich wird dies auch an der Portfolioübersicht, die im Tourismusbereich aktuell lediglich eine weitere Beteiligung enthält: Die internationale Hotelgruppe GSH mit Sitz in München.
GSH steht für „Gorgeous Smiling Hotels“, agiert als Hotel Management Unternehmen sowie als Multi-Brand-Betreiber und vereint unter dem eigenen Dach aktuell rund 80 Hotels inDeutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.
Einige Häuser agieren unter Eigenmarken wie Elaya Hotels, Arthotel ANA und Rugs Hotel, andere sind Franchise-Partnerschaften mit Marken wie Trademark Collection by Wyndham, Ramada Encore by Wyndham, Super 8 by Wyndham, Spark by Hilton, Hampton by Hilton, Holiday Inn, Holiday Inn Express und Voco (IHG). Auch mit Ibis und Novotel gibt es Partnerschaften.
Pläne für Plattform: Noch keine Infos
Über die genauen Pläne für die angekündigten europäischen Touristikplattform will Auctus noch nichts verraten. Dafür sei es „noch etwas zu früh“, heißt es aus München. Man sehe aber „sowohl organisch mit der LMX-Gruppe aus auch über Zukäufe interessante Wachstumsmöglichkeiten. Als Buy-and-Build Investor sind uns beide Wege des Wachstums wichtig“.
Auch Reisebüro-Organisationen im Blick
Die Branche darf also auf weitere Zukäufe gespannt sein. Interessant dürften für das Mondiani-Projekt unter anderem weitere Veranstalter, aber auch Reisemittler (sowohl online als auch klassische Reisebüros) und Traveltech-Anbieter sein. Gesucht wird offenbar nicht nur im deutschen Markt, sondern europaweit.
Besonders wichtig beim jetzigen Deal war Auctus-Partner Meuthen die skalierbare technologische Basis und das „erfahrene Management-Team“ von LMX. Entsprechend eingebunden sind LMX-Gründer Markus Hartwig und LMX-Geschäftsführer Lars Ludwig in das neue Konzept: Sie sind an Mondiani beteiligt. Über die Höhe ihrer Anteile macht Auctus keine Angaben.



