Lufthansa: DRV für Revision der Stornoregeln für Gruppen

Die von Lufthansa beabsichtigte Verschärfung der Stornoregelungen für Gruppenbuchungen ist auf massive Kritik betroffener Reiseveranstalter gestoßen. Nun fordert auch der Deutsche Reiseverband (DRV) den Airline-Konzern auf, seine Pläne zu überdenken.

Der DRV spreche sich „für eine zeitliche Verschiebung der Umsetzung sowie für eine Überarbeitung der Regelungen hin zu einer ausgewogenen und praxisgerechten Ausgestaltung aus“, heißt es in einem Statement. Dies sei im Interesse einer „weiterhin partnerschaftlichen und verlässlichen Zusammenarbeit zwischen Reiseveranstaltern und Airline“.

Eine Gruppe junger Menschen spaziert gemeinsam bei Sonnenschein vor historischen Säulen in einer europäischen Stadt – ideal für Suchbegriffe wie Gruppenreise, Städtereise, Sightseeing und Freundesgruppe unterwegs.
Gruppenreisen künftig ohne Lufthansa? Der DRV schließt sich der Branchenkritik an. Foto: Pekic/iStock

Ab 180 Tagen wird es teuer

Ab Anfang Mai sieht die Lufthansa-Gruppe für ihr Buchungsportal Book-a-Group neue Konditionen vor, wonach bereits ab 180 Tagen vor der Abreise deutlich höhere Stornogebühren anfallen. Gilt vorher ein pauschaler Zuschlag von 200 Euro, wird innerhalb dieser Frist eine „Reservation Fee“ von fünf Prozent des Flugpreises zuzüglich des Treibstoffzuschlags bei einer Obergrenze von 2.000 Euro erhoben.

Nach aktueller Regelung können Gruppenflüge bis 60 Tage vor Abreise bei Kontinentalreisen und 90 Tage bei Interkont-Flügen gegen eine Gebühr von 200 Euro storniert werden, erst danach fallen höhere Kosten an.

Nach einhelliger Meinung der betroffenen Veranstalter ist die 180-Tage-Frist völlig praxisfern, nicht wenige in der Gruppenreisebranche sehen ihr Geschäftsmodell gefährdet. Dieser Kritik schließt sich der DRV an.

DRV: Lufthansa „verschiebt wirtschaftliche Risiken“

Nach Einschätzung des Verbands führen diese Änderungen zu einer „erheblichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gruppenreiseveranstalter“. Die Einführung einer prozentualen Reservation Fee bereits 180 Tage vor Abflug „verändert die bisherige Systematik grundlegend, verschiebt wirtschaftliche Risiken und schränkt die Kalkulierbarkeit von Gruppenreisen deutlich ein“. Darüber hinaus sehe der DRV einen Widerspruch zwischen den neuen Regelungen und den tatsächlichen Markt- sowie Produktionsprozessen im Bereich der Gruppenreise.