Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Vural Öger

Jetzt im Visier der Staatsanwaltschaft: Vural Öger
Jetzt im Visier der Staatsanwaltschaft: Vural Öger. Foto: Vural Öger Firmengruppe

Die Insolvenz des Türkei-Veranstalters VÖ Travel könnte für Vural Öger ein juristisches Nachspiel haben. Nach einem Bericht des Hamburger Abendblattes ermittelt die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. Auslöser des Verfahrens soll eine Anzeige gegen Öger gewesen sein, die den Ermittlern vorliegt.

VÖ Travel hatte am 29. Dezember den Betrieb eingestellt und die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Medienberichten zufolge hat das erst vor zwei Jahren gegründete Unternehmen von Vural Öger Außenstände von über 16 Millionen Euro. Allein im vergangenen Jahr soll der Veranstalter drei Millionen Euro Verlust gemacht haben. Am 4. Januar wurde auch für das Tochterunternehmen Öger Türk Tur ein Insolvenzantrag gestellt.

Öger selbst weist die Gerüchte über die angeblichen 16 Millionen Euro von sich. Die Außenstände bei VÖ Travel hatten „bei weit unter einer Million Euro gelegen“, so der Unternehmer gegenüber touristik aktuell. Allerdings habe er unter anderem durch den abrupten Wegfall des russischen Marktes in der Türkei zwischenzeitlich Verluste von 2,5 Millionen Euro im Monat gehabt.

Auch den Vorwurf der Insolvenzverschleppung wiederspricht Öger. Angesichts der schlechten Türkei-Nachfrage für den Sommer 2016 habe er Ende 2015 allerdings „die Notbremse ziehen“ müssen. „Und das habe ich rechtzeitig getan“, betont Öger.

Als Unternehmer könne man „viel gewinnen, aber auch viel verlieren“, gesteht der Mann, der sich über Jahre hinweg für den Türkei-Tourismus verdient gemacht hat, jetzt aber für sein Land schwarz sieht: „Das wird für alle Touristiker in der Türkei ein sehr, sehr schweres Jahr.“