Tarifverträge: TUI und Verdi verhandeln

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Bei den Gesprächen zwischen TUI und Verdi in diesem Monat geht es auch um höhere Gehälter für alle Angestellten
Bei den Gesprächen zwischen TUI und Verdi in diesem Monat geht es auch um höhere Gehälter für alle Angestellten. Foto: istockphoto

Dreieinhalb Jahre nach dem Auslaufen des Tarifvertrags ist offen, ob Arbeitgeber und Gewerkschaft jemals wieder einen Flächentarifvertrag für die Touristik vereinbaren. Derzeit stünden keine konkreten Verhandlungen an, heißt es sowohl von der DRV-Tarifgemeinschaft als auch von Verdi. Unterdessen wird aber mit TUI über einen Haustarifvertrag verhandelt.

Bei der Gewerkschaft löste im Februar der Jurist Gerd Denzel die bisherige Verhandlungsführerin Ute Kittel ab. Sein erster Eindruck von der Touristikbranche ist zweigeteilt: Seit dem Auslaufen des Gehaltstarifvertrags im September 2010 seien die Gehälter mittels freiwilliger Zahlungen zwar im Veranstalterbereich um durchschnittlich 4,2 Prozent erhöht worden. Im Vertrieb, wo teilweise Einmalzahlungen geleistet wurden, liege das Plus jedoch nur bei 2,5 Prozent.

Thomas Cook beispielsweise erhöhte zuletzt im Januar das Gehalt der Veranstalter-Mitarbeiter pauschal um 2,2 Prozent, hob in den Reisebüros aber nur die Leistungsprämien an. Im letzten Jahr erhielten alle Cook-Angestellten eine Einmalzahlung von 400 Euro.

TUI hat unterdessen die Gehaltserhöhung im Vertrieb von Umsatzzielen abhängig gemacht. „Das ist vermutlich der erste Punkt, über den wir uns streiten werden“, glaubt Denzel. Denn die Gewerkschaft fordert eine Gleichbehandlung beider Bereiche.

Das wird spannend, denn in Hannover steht eine gewaltige Umstrukturierung an. Dabei werden der Veranstalter TUI Deutschland, die Vertriebseinheiten TUI Leisure Travel und E-Commerce sowie weitere Firmen zu zwei Gesellschaften verschmolzen. Für sie soll ein Haustarifvertrag vereinbart werden, der 4.500 Mitarbeiter betreffen würde.

Ausgehandelt wurden Denzel zufolge bereits Überleitungstarifverträge. Diese sollen sicherstellen, dass alle bisherigen Regelungen, etwa Gehalt oder Altersvorsorge, erhalten bleiben. Der Verdi-Mann ist zuversichtlich, dass man bei TUI eine „gute Lösung“ finden wird – auch wenn die Vorstellungen zum Teil deutlich auseinander liegen dürften, etwa bei der unterschiedlichen Behandlung von Veranstaltern und Vertrieb sowie bei den Verdi-Forderungen zur Gehaltserhöhung.

Die Haustarifverhandlungen bei TUI bedeuten auch, dass der Konzern aus der Tarifgemeinschaft austritt. Laut Denzel habe man jedoch vereinbart, „dass TUI wieder eintreten wird, sollten wir beim Haustarif zu keinem Ergebnis kommen.“

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