TUI-Vertriebschef: „Kein Kunde denkt in Kanälen“

TUI-Vertriebschef Benjamin Jacobi im TUI Store Berlin: „Reisebüro-Kunden sind am zufriedensten“. Foto: mg
TUI-Vertriebschef Benjamin Jacobi im TUI Store Berlin: „Reisebüro-Kunden sind am zufriedensten“. Foto: mg

Reisebüros bleiben der wichtigste Vertriebskanal im Veranstaltermarkt. Doch das Geschäft von früher hat sich gewandelt. „Das Zusammenspiel von On- und Offline spielt eine immer größere Rolle“, betont TUI-Vertriebschef Benjamin Jacobi. Diese Verzahnung müsse nahtlos sein, um es für den Gast so leicht wie möglich zu machen. „Kein Kunde denkt in Kanälen“, so Jacobi.

Keine Frage, dass er damit auf die eigene Omnichannel-Strategie anspielt. Bei der seien die Filial- und Franchise-Büros sowie TUI.com „der Dreh- und Angelpunkt“.

Multichannel: Keine Einbahnstraße mehr

Das Spiel ist dabei wechselseitig, vom früheren Ropo-Phänomen (research online, purchase offline) spricht der TUI-Vertriebschef nicht mehr: Während der eine Kundentyp vorab online recherchiert und anschließend im Reisebüro bucht, würden sich andere Kunden erst im Reisebüro beraten lassen und im Anschluss zu Hause eigenständig online buchen.

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Filialen und Franchise-Büros, die beim Omnichannel-Konzept von TUI mitmachen, bieten dies sogar aktiv an und erhöhen damit die Chance, dass ihnen der Kunde auch online treu bleibt: Sie können diesem analog zu Paxconnect spezielle Landing-Pages für TUI.com zusenden. Bucht der Kunde darüber, erhalten sie die volle Provision.

TUI.com: 130 Millionen Besucher im Jahr 2023

Fest steht für Benjamin Jacobi, dass „die Kundinnen und Kunden von heute beliebig zwischen den Kanälen wechseln“. Als Recherche-Tool werde dabei unter anderem TUI.com immer öfter genutzt: 2023 zählte die Seite rund 130 Millionen Besucher.

Hinzu komme eine hohe App-Affinität: Jacobi zufolge nutzen inzwischen 85 Prozent der Gäste die My-TUI-App als digitalen Begleiter. Um diese Zahl weiter zu steigern, lockt der Veranstalter ab sofort mit Vorteilen wie „Insider-News“ zu neu oder vorab buchbaren Hotels oder anstehenden Aktionen. Zudem gibt es exklusive Rabatt-Codes. Diese seien langfristig und „immer auch im Reisebüro einlösbar“, versichert der Vertriebschef.

Reisebüro-Kunden am zufriedensten

Nach wie vor gilt Jacobi zufolge, dass bei Reisebüro-Kunden die Zufriedenheit mit ihrem Urlaub höher ist als bei Online-Kunden. Aus diesem Grund investiere TUI weiter in die eigenen Filialen, unter anderem mit „Standortverbesserungen, Komplettumbauten und kleineren Modernisierungen“.

Neu ist außerdem ein so genannter Ankerplatz im Franchise-Vertrieb. Reisebüros können sich dabei einen eigenen Counter von und mit TUI Cruises ins Büro stellen. Laut Franchise-Chefin Ilka Lauenroth sind für nächstes Jahr 25 Counter in Büros der Marken First und TUI Reisecenter in Planung, 2025 sollen weitere Counter folgen.

Der erste Ankerplatz wurde am Mittwoch in Neumünster eröffnet.

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