Wegen technischer Probleme und zu hoher Kosten hat die rumänische Airline Animawings Insolvenz angemeldet, der Flugbetrieb ruht zunächst bis 24. Oktober.

Die Zahl der Airline-Pleiten nimmt weiter zu: Nun hat die rumänische Airline Animawings Insolvenz angemeldet. Zudem hat das Unternehmen seine Flüge bis Ende Oktober gestoppt. Betroffen sind auch Flüge zwischen München und Bukarest sowie Frankfurt und Cluj-Napoca.
Wie die Fluggesellschaft auf ihrer Website mitteilt, durchlaufe sie derzeit ein gerichtliches Sanierungsverfahren, „um die Geschäftskontinuität zu sichern und den Betrieb zu stabilisieren“. Alle Flüge seien „aufgrund der aktuellen betrieblichen Gegebenheiten“ vom 2. bis zum 24. Oktober 2026 vorübergehend ausgesetzt. Mit Beginn der Winterflugsaison ab 25. Oktober 2026 werde der Flugbetrieb auf der Grundlage eines überarbeiteten Flugplans wieder aufgenommen, „der an die derzeit in der Flotte verfügbaren Flugzeuge angepasst“ sei.
Animawings nennt als Grund für die wirtschaftliche Schieflage vor allem „wiederkehrende technische Probleme mit der Flotte“, die fortlaufende Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Flugzeuge habe. Dazu kämen ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, gesunkene Kaufkraft, anhaltende politische Instabilität sowie nicht zuletzt steigende Treibstoffkosten, die weiterhin Druck auf die gesamte globale Luftfahrtbranche ausübten.
Schulden in Millionenhöhe
Vor diesem Hintergrund sei die Finanzstruktur von Animawings „vorübergehend eingeschränkt“, heißt es weiter in dem Statement. Das gerichtliche Sanierungsverfahren gewähre Schutz und schaffe den notwendigen Rahmen, um die Verbindlichkeiten des Unternehmens umzustrukturieren und die Kontinuität seines Betriebs sicherzustellen.
Medienberichten zufolge bestehen gegenüber Flugzeug-Leasinggebern, Flughäfen und dem Staat hohe Verbindlichkeiten. Allein dem rumänischen Staat soll Animawings umgerechnet rund 2,5 Millionen US-Dollar schulden.
Was betroffene Fluggäste jetzt wissen müssen
Von Flugstreichungen und -änderungen betroffene Passagiere werden laut Unternehmen direkt per E-Mail benachrichtigt. Je nach Buchung und verfügbaren Optionen besteht Anspruch eine Rückerstattung für den Flug oder die Möglichkeit einer Umbuchung beziehungsweise alternative Reisemöglichkeit, sofern verfügbar. Die Stornierungen werden schrittweise in der Reihenfolge des Reisedatums bearbeitet.
Aufgrund der hohen Anzahl an Anfragen bittet Animawings Passagiere, die bereits eine Anfrage gestellt haben, gebeten, dieselbe Anfrage nicht über mehrere Kanäle (E-Mail und/oder Telefon) einzureichen.
Flüge von München nach Bukarest seit Frühjahr
Die 2020 gestartete Fluggesellschaft gehört zusammen mit dem Reiseveranstalter Christian Tour zum rumänischen Reiseunternehmen Memento Group. Zuletzt betrieb die Airline nach eigenen Angaben derzeit acht moderne Airbus-Maschinen und wollte in den nächsten Jahren stark expandieren. Im Frühjahr legte Animawings eine neue Strecke zwischen München und Bukarest auf. Vertreten wird die Airline in Deutschland vom GSA Aviareps.




