
Hohe Treibstoffkosten haben sowohl Lufthansa als auch dem Rivalen Condor zuletzt die Bilanz verhagelt. Beide Airlines berichten von geringeren Erträgen.
Im Bericht für das zweite Quartal teilt die Lufthansa-Gruppe mit, dass vor allem die deutlich gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs das Ergebnis massiv belastet haben. Der operative Gewinn (Adjusted EBIT) sank auf 383 Millionen Euro, nach 870 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund waren Kerosin-Mehrkosten von rund 750 Millionen Euro, aber auch Streikbelastungen von mindestens 150 Millionen Euro.
Zwar legte der Konzernumsatz um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zu, konnte den Kostenschub aber offensichtlich nicht ausgleichen: Das Konzernergebnis brach von einer Milliarde Euro auf 123 Millionen Euro ein.
Spohr: „Anspruchsvolles zweites Quartal“
Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einem „anspruchsvollen zweiten Quartal“, das erneut von Krisen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt gewesen sei. „Trotz unserer nochmals verbesserten Auslastung und deutlich gesteigerten Durchschnittserlösen konnten die signifikant gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensiert werden“, so Spohr.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Lufthansa-Konzern nun mit einer Ergebnisspanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Finanzvorstand Till Streichert verweist auf die „zunehmende Volatilität der Treibstoffpreise“ und „erheblich verkürzte Buchungszyklen“, die die Prognosefähigkeit erschwerten.
Condor-Chef: Ticketpreise werden nicht sinken
Auch Condor-CEO Peter Gerber räumt in einem Interview mit dem Handelsblatt ein, dass hohe Treibstoffkosten einen Teil der Gewinne aufgezehrt hätten. Zudem habe man die Nachfrage branchenweit auf einigen Verbindungen mit niedrigeren Preisen ankurbeln müssen. Dennoch geht Gerber nicht davon aus, dass die Ticketpreise in den kommenden Monaten sinken werden. „Das ist illusorisch“, so der Airline-Chef.


