Lufthansa: „Wendepunkt 2025 ist gelungen“

Lufthansa-Chef Carsten Spohr steht im Business-Anzug neben einem weißen Rednerpult in einem modernem Konferenzraum in der Lufthansa-Zentrale mit Glasfronten und blauer Beleuchtung.
Zufrieden mit dem Geschäft, aber nicht mit der Politik: Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Foto: rie

Die Lufthansa-Gruppe sieht sich durch die strategischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre auf einem guten Weg. „Der Wendepunkt im Jahr 2025 ist gelungen“, sagte Konzernchef Carsten Spohr bei einem Medientermin am Dienstagabend in Frankfurt. So sei die Pünktlichkeit der Lufthansa-Airlines inzwischen auf 88 Prozent gestiegen, nur noch ein Prozent der Flüge müssten gestrichen werden. Daher werde man auch bei der Kundenzufriedenheit „große Fortschritte sehen“, ergänzte Spohr, der nach wie vor ein Jahresergebnis „signifikant über dem Vorjahr“ erwartet.

Eurowings zum „Aushängeschild“ avanciert

Wie der Lufthansa-Chef weiter ausführte, stützt sich der Erfolg momentan auf vier Säulen: Die nach dem Einstieg bei Ita Airways auf sechs gestiegene Zahl an Hubs in Europa, die inzwischen gewinnbringende Tochter Eurowings, die „zu einem Aushängeschild“ geworden sei, sowie die Bereiche Cargo und Lufthansa Technik. Auch die Integration der neuen italienischen Tochter Ita laufe nach Plan und sogar über den Erwartungen.

„Strategisch essenziell“ sei darüber hinaus das „Turnaround-Programm“ der Kernmarke Lufthansa. „Diesen Turnaround werden wir aber ohne neue Flugzeuge und Produkte nicht bewerkstelligen können“, verwies Carsten Spohr auf die aus seiner Sicht erfolgreiche Einführung der neuen Langstreckenkabine Allegris und Onboard-Produkte sowie den Um- und Ausbau der Flotte. So werden bis Ende kommenden Jahres 60 neue Flugzeuge erwartet, allein in diesem Jahr sollen noch zehn neue Boeing-Dreamliner dazukommen, die mit Allegris ausgestattet werden.

„Wir brauchen dringend Entlastung“

Gleichzeitig sieht sich Lufthansa bei der Erholung der Luftfahrt durch die Politik ausgebremst. In Europa nehme die Branche durch regulatorische Beschränkungen „nur teilweise am Aufschwung teil“, beklagte der Vorstandschef. Dazu kämen hohe Standortkosten in Deutschland, die sich seit der Corona-Krise verdoppelt hätten. „Wir brauchen dringend Entlastung, passiert ist aber noch nicht viel“, übte Spohr Kritik an der neuen schwarz-roten Bundesregierung. In Deutschland müsse es möglich sein, die durch den Qualitätsvorsprung bedingten Kostennachteile klassischer Airlines auszugleichen.

Aber auch Lufthansa selbst müsse dazu beitragen, sich zukunftsfähig aufzustellen, ging der Konzernboss noch einmal auf die Pläne zur Umstrukturierung des Konzerns ein. Man werde Prozesse zunehmend vereinheitlichen, „um von einer Gruppe von Airlines zu einer Airline-Gruppe zu werden“.

Bereits im Mai hatte das Handelsblatt von einem seit Jahren vorbereiteten Großprojekt mit dem Namen „Matrix Next Level“ berichtet, um die Komplexität im Konzern zu reduzieren und die Netzwerk-Airlines zentraler zu führen. So sollen Fragen der Netzplanung, der Preisfestsetzung oder des Vertriebs künftig auf Konzernebene entschieden werden. Wie die Zeitung jüngst berichtete, soll die neue Organisationsstruktur schon Anfang 2026 starten.

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