Marabu hilft Condor auch im Winter aus

Trotz des miesen Images soll Marabu auch im Winter für Condor fliegen
Trotz des miesen Images soll Marabu auch im Winter für Condor fliegen. Foto: Marabu

Der neu gestartete Ferienflieger Marabu hat in seiner ersten Sommersaison vornehmlich durch Pannen, Streichungen und ständige Flugplanänderungen von sich reden gemacht. Dennoch wird die Airline auch im anstehenden Winter ihrer großen Schwestergesellschaft Condor unter die Arme greifen.

Notwendig für einen stabilen Flugplan

Aufgrund von Kapazitätsengpässen durch die laufende Flottenerneuerung greife Condor wie schon im Sommer auch im Winterflugplan 2023/2024 auf Marabu-Kapazität zurück, teilt eine Airline-Sprecherin auf Anfrage von touristik aktuell mit.

Betroffen seien unter anderem Strecken ab Hamburg, München, Nürnberg und Stuttgart. Dies sei notwendig, „um trotz der zeitlich ambitionierten Erneuerung der gesamten Flotte einen stabilen Flugplan anzubieten“.

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Marabu hatte Ende August den Flugplan für die Wintersaison veröffentlicht – relativ spät und in deutlich reduziertem Umfang. Die Airline konzentriere sich auf wenige Ziele, um die Komplexität zu verringern und um „mit mehr Reserven die operative Stabilität von Marabu weiter zu verbessern“, erläuterte damals Geschäftsführer Axel Schefe. Er führt die Airline als Interimschef nach dem Ausscheiden von Ex-Condor-Manager Paul Schwaiger.

Pünktlichkeit deutlich verbessert

Aufgrund dieser und anderer Maßnahmen, für die eigens eine „Taskforce“ eingerichtet worden war, sei die Pünktlichkeit „signifikant“ verbessert worden und künftig eine „kontinuierliche Stabilität im Flugplan“ zu erwarten, so die Condor-Sprecherin weiter. Daher sei jüngst festgelegt worden, auf welche Marabu-Kapazitäten die Schwester genau im Winterflugplan zurückgreifen werde. „Diese Entscheidung wurde später als üblich getroffen, damit Flugplanänderungen möglichst vermieden werden können.“

Über die Änderungen seien Reisende und Partner in den letzten Tagen proaktiv von Condor informiert worden. Hierfür wurden laut Fluggesellschaft „feste Prozesse in den Systemen hinterlegt“.

Hintergrund Condor-Flottenumbau

Dass Condor überhaupt auf Flugkapazitäten von Marabu zurückgreifen muss, hat mit der laufenden Flottenerneuerung des Urlaubsfliegers zu tun. Seit Dezember 2022 wird die Langstreckenflotte ausgetauscht, bislang hat die Fluglinie die Hälfte der 18 bestellten Airbus A330 Neo erhalten, die die bisherige Boeing-767-Flotte ersetzen. Nach dem Rollover auf der Fernstrecke, der laut Plan bis Anfang 2024 abgeschlossen ist, soll direkt im Anschluss die Kurz- und Mittelstreckenflotte modernisiert werden.

Weil Maschinen knapp sind und die Nachfrage nach Flugreisen weiter gestiegen ist, hatte Condor bereits im Sommer Wetlease-Partner beauftragt – und eben auch die Schwester Marabu.

Ärger bei Reisebüros und Kunden

Dies hat auf Seiten der Vertriebspartner, denen der Newcomer in den vergangenen Monaten viel Mehrarbeit beschert hat, wiederholt für Kritik gesorgt. Durch die negativen Medienberichte über Marabu, die in einer Pilotenbeschwerde beim Luftfahrtbundesamt wegen Sicherheitsrisiken gipfelten, gebe es Kunden, die sich weigerten, mit dieser Airline zu fliegen, berichtet zum Beispiel Reiseverkäufer Dario Tunno. Reiseveranstalter Dertour habe aus Kulanz in wenigen Fällen sogar kostenlose Stornierungen angeboten, da Kunden wegen fehlender Flugalternativen mit Klage gedroht hätten. „Wir Reisebüros sind wieder die Leidtragenden. Wir haben Arbeit und Aufwand gehabt und bekommen keinen Cent Verdienst dafür!“, so Tunno weiter.

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