
Das juristische Nachspiel rund um die Insolvenz des thüringischen Busreiseveranstalters Schumann Reisen geht in eine neue Runde. Am Landgericht Mühlhausen beginnt am heutigen Montag eine Berufungsverhandlung, die von der Verteidigung des verurteilten Ex-Geschäftsführers Thomas Schumann beantragt wurde. Der 48-jährige Unternehmer war im vergangenen November vom Amtsgericht Gera wegen mehrfachen Betruges, Untreue und Datenfälschung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Für die Berufung hat das Landgericht zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt.
Schumann Reisen war im Herbst 2010 in Konkurs gegangen. Laut Insolvenzverwaltung hat der frühere Chef einen Schuldenberg von rund 13 Millionen Euro hinterlassen, der sich auf mehr als 1.000 Gläubiger verteilen soll. Das 1990 in Triptis gegründete Unternehmen zählte zu den größten Reiseveranstaltern in Ostdeutschland und beschäftigte in Spitzenzeiten bis zu 200 Mitarbeiter. Bis zur Pleite war die Belegschaft auf 40 Beschäftigte geschrumpft, der Umsatz soll 2009 noch bei etwa 16 Millionen Euro gelegen haben.
Nach der Insolvenz wurde die Marke von der Firma Reiseprofis A-Z Touristik übernommen und am gleichen Standort weitergeführt.


