Auch Sun Express hat mit hohen Treibstoffpreise zu kämpfen. Dennoch schließt der deutsch-türkische Ferienflieger das Jahr 2026 mit stabilen Passagierzahlen ab.

Der deutsch-türkische Ferienflieger Sun Express wird das Geschäftsjahr 2026 trotz hoher Kerosinpreise und zwischenzeitlicher Nachfrageflaute mit einer „schwarzen Null“ abschließen. Das ist die Prognose von Marcus Schnabel, seit Februar dieses Jahres CEO der Airline mit Sitz in Antalya.
Der Ausbruch und die Folgen des Iran-Krieges hätten Sun Express gleich doppelt getroffen, gesteht der Manager, der sich seinen Einstieg beim dem Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines entspannter vorgestellt hatte. So seien nicht nur die Kerosinpreise schlagartig gestiegen, auch die die Nachfrage sei eingebrochen. Zwischenzeitlich hätten die Buchungen nur 50 Prozent des Niveaus des Vorjahres erreicht, so Marcus Schnabel.
Die zusätzlichen Kosten durch den Anstieg der Treibstoffpreise beziffert der Manager auf 180 Millionen Euro für 2026. Davon habe man nur einen Teil an die Kunden weiterreichen können. „Unser oberstes Ziel war es, weiter attraktive Preise anzubieten und das Geschäft anzukurbeln“, berichtet Schnabel.
Das sei in enger Zusammenarbeit mit Hoteliers und Veranstaltern sehr gut gelungen. Die gemeinsam gestarteten Aktionen hätten „sehr schnell viel gebracht“, zieht der Chef von Sun Express eine positive Bilanz.
Stabile Passagierzahlen im Gesamtjahr
Das Ergebnis: Trotz der Buchungsflaute im Frühjahr rechnet die Airline für 2026 mit rund 16 Millionen Passagieren – und erreicht damit in etwa das Niveau des Vorjahres. Für den Sommer ergibt sich bei gleichen Kapazitäten wie 2025 mit 10,5 Millionen Passagieren ein Plus von drei Prozent. Die Auslastung lag bei 86 Prozent. Mit 6,5 Millionen Passagieren stellte die DACH-Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz) einmal mehr den wichtigsten Quellmarkt.
Das Plus speziell im deutschen Markt kommt nach Aussage von Marcus Schnabel aus dem klassischen Urlaubsgeschäft. Und dabei würden auch Familien eine wichtige Rolle spielen. „Den vermeintlichen Wegfall der Familien als Zielgruppe kann ich nicht bestätigen“, so der Manager während eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main.
Im Winter wird nicht aufgestockt
In den Winter geht Sun Express mit 4,5 Millionen Sitzen und damit einer ähnlichen Kapazität wie 2025/2026. „Wir wollten aufstocken, aber das machen wir nicht“, betont Marcus Schnabel auch mit Blick auf die aktuellen Unwägbarkeiten. Dennoch gibt Sun Express im Flugmarkt von Deutschland nach Antalya klar den Ton an: Die Airline befördert auf diesen Verbindungen im Winter 80 Prozent aller Flugreisenden.
Trotz des Gegenwinds ist Sun Express robust aufgestellt.
Für 2027 ist Marcus Schnabel ähnlich optimistisch wie Veranstalter und Hoteliers: Sie rechnen allesamt wieder mit einem leichten Gästeplus für die Türkei. Sun Express will dies – wie von Schnabel auf dem DRV-Hauptstadtkongress angekündigt – mit vier neuen Strecken ab Deutschland untermauern: Köln bekommt eine Bodrum-Verbindung, von Weeze aus geht es nach Antalya und Dalaman wird von Hannover und Leipzig/Halle bedient. Zudem geht es wieder von Wien nach Antalya.
Große Reisebüro-Events in der Türkei
Wie stark die Türkei nach wie vor im Rampenlicht der deutschen Reisebranche steht, zeigen die jüngsten B2B-Events. Nach dem großen Reisebüro-Treffen von Dertour Deluxe in Istanbul befinden sich gerade Top-Reisebüro-Partner von Anex Tour beim Event „Red Carpet Night“ in Didim. In den folgenden Wochen folgen zudem große Vertriebsveranstaltungen von Bentour, Schauinsland-Reisen und Alltours an der türkischen Riviera statt.
Reisereportagen über die Türkei finden sich unter diesem Link.



