Das Verhalten zahlreicher Airlines in puncto Ticket-Erstattung bei Flugstreichungen hat in den letzten Wochen für viel Unmut aus den Reihen des Vertriebs gesorgt. Nun reiht sich auch der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) in die Riege der Kritiker ein.
Demnach wirft VIR-Chef Michael Buller den Fluglinien vor, durch das „bewusste und absichtliche Erschweren des Refund-Prozesses“ den Marktteilnehmern im Ticket-Vertrieb das Leben schwer zu machen. „Die Fluggesellschaften lassen ihre Vertriebspartner und damit auch die Kunden derzeit im Regen stehen.“
So würden momentan nur wenige Airlines noch eine Erstattung auf normalem Wege im GDS gestatten. „Es ist eine Unverschämtheit, dass Tools, die den Refund-Prozess erleichtern, von Marktteilnehmern gezielt abgeschaltet wurden“, schimpft Buller.
Stattdessen können Vertriebspartner bei einem Großteil der Airlines die Erstattung nur noch über das Abrechnungssystem BSP-Link einreichen. Dies ist laut Buller vergleichbar mit einer Anfrage an die Fluggesellschaft, bei der die Genehmigung zur Gutschrifterstellung abgewartet werden muss. „Es gibt auch kaum Informationen von Seiten der Airlines, ob und wann mit einer Erstattung zu rechnen ist“, kritisiert der VIR-Chef weiter. Vertriebspartner rechneten sogar mit einer Zeitspanne von bis zu sechs Monaten.
Noch schlimmer sei, dass einige Fluggesellschaften sowohl die GDS-Refund-Funktion als auch die Erreichbarkeit via BSP-Link gesperrt hätten. „In diesen Fällen können die Vertriebspartner überhaupt nicht tätig werden“, so Buller.
Der VIR-Vorstand fordert daher die Airlines auf, ihre Systeme umgehend wieder hochzufahren und dem Vertrieb verfügbar zu machen. „Die Vertriebspartner geraten zum aktuellen Zeitpunkt völlig zu Unrecht in die Rolle der Buhmänner“, moniert der Verbandschef. „Es ist eine große Enttäuschung für die gesamte Branche, dass genau jene, die unmittelbar große Hilfen erhalten haben, sich derart verhalten.“



