Do 18.02.16

Tourismusanalyse: Weniger Reisen geplant


Viele Deutsche lassen sich derzeit durch Zukunftsangst und wirtschaftliche Unsicherheit von ihren Urlaubsplänen abbringen, zeigt eine aktuelle Studie. Foto: TUI

Viele Deutsche lassen sich derzeit durch Zukunftsangst und wirtschaftliche Unsicherheit von ihren Urlaubsplänen abbringen, zeigt eine aktuelle Studie. Foto: TUI

Das Interesse der Deutschen am Thema Urlaub ist unverändert hoch, aber die konkreten Reisepläne nehmen ab. „Es deutet einiges darauf hin, dass die Reisefrequenz 2016 das Niveau des Vorjahres nicht ganz erreichen wird“, ist das Fazit der jüngsten Tourismusanalyse der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen.

Einer der Gründe dafür ist laut Umfrage die „allgemein ansteigende Zukunftsangst“ der Bundesbürger. Auch „ungelöste wirtschaftliche Fragen veranlassen schon jetzt mehr als jeden fünften Bundesbürger dazu, für 2016 keinen Urlaub zu planen“, heißt es in der von American Tobacco unterstützten Studie. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von zwei Prozent.

Hinzu komme eine große Anzahl von Menschen, die nach wie vor unsicher sind, ob sie dieses Jahr ihre Koffer packen werden. Mehr als jeder Dritte der mehr als 4.000 befragten Personen würde zwar grundsätzlich gerne verreisen, weiß aber noch nicht genau, ob er sich diesen Wunsch bis Ende 2016 auch erfüllen wird.

Dies sah Mitte Januar noch anders aus, als die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) nach ihrer jährlichen Studie auf der CMT in Stuttgart verkündete: „Die Urlaubslust ist ungebrochen.“ Zwar stellte auch die FUR „Verunsicherungen durch Terror und Flüchtlinge“ fest. Eine „grundsätzliche Änderung der Reiselust und des Reiseverhaltens der Deutschen“ werde dies jedoch nicht bewirken, las die FUR damals aus ihrer Studie und ging lediglich von einer „Verschiebung bei den Reisezielen“ aus.

Die findet tatsächlich statt - und wird vor allem in den Mittelmeerzielen deutlich: Der Westen profitiert, der Osten verliert. Vor allem Spanien und Italien legen zu, aber auch Griechenland kann laut Tourismusanalyse „tendenziell Zuwächse erwarten“.

Profiteur der aktuellen Situation ist auch Deutschland: Schon jetzt sei sich jeder vierte Bundesbürger sicher, seinen Urlaub zwischen Flensburg und Freiburg zu verbringen, heißt es in der Studie. Das Fernreisegeschäft wird gleichzeitig stabil bleiben. Damit wird erneut jede zehnte Reise außerhalb Europas stattfinden.

„Was bleibt, ist die Hoffnung auf all die unentschlossenen Bundesbürger, die noch nicht wissen, wohin sie dieses Jahr verreisen wollen“, lautet das Fazit der Stiftung für Zukunftsfragen. Für sie bleibe „das Wetter, das Urlaubs-Budget, die Sicherheit vor Ort oder auch das passende Rund-um-Angebot entscheidend für die letztendliche Auswahl“.  

 

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