Mo 13.11.17

ta-Umfrage: Der Counter will Booklets


Booklets sind im Reisebüro weiterhin sehr beliebt. Foto: ta-Grafik

Booklets sind im Reisebüro weiterhin sehr beliebt. Foto: ta-Grafik

Das Ergebnis ist eindeutig. touristik aktuell wollte in einer Umfrage wissen, ob das Booklet noch zeitgemäß ist. Rund 700 Reiseverkäufer beteiligten sich. Nur neun Prozent der Reisebüros halten digitale Reiseunterlagen für ausreichend. 52 Prozent sind der Meinung, dass Kunden weiterhin Reiseunterlagen in Papierform möchten. Und 39 Prozent sagen, dass der Reisepreis den Unterschied macht. Kunden die hochpreisig buchen, könne man nicht mit digitalen Unterlagen abspeisen.

TUI ist vom Umfrageergebnis „überrascht“. Der Reisekonzern hatte die Booklets vor rund einem Jahr abgeschafft. Vertriebsleiter Michael Knapp kommentiert: „Laut Rückmeldungen aus dem Vertrieb haben wir mittlerweile auf Seiten der Kunden eine hohe Akzeptanz bei papierlosen Reisen.“ Der einzige Wunsch, der im Zusammenhang von den Reisebüros an TUI herangetragen werde, seien Unterlagen bei hochwertigen Reisen.

Dort geht es laut Knapp aber nicht um das alte Papier-Booklet, sondern eher darum, dem Kunden eine hochwertig gestaltete Unterlage zu übergeben. TUI komme diesem Wunsch bei der Marke Airtours in Form von Unterlagentaschen und Giveaways nach.

Auch Stefanie Berk, Deutschland-Chefin von Thomas Cook, äußert sich seit Monaten kritisch zum Fortbestand der Booklets, die es weiterhin für die Marken Signature und Neckermann Reisen gibt. So sagte Berk kürzlich im Gespräch mit touristik aktuell, den Kunden seien Booklets „egal“, nur die Reisebüros würden an ihnen hängen.

Michael Merges vom Reisebüro Beachfinder in Koblenz empfindet den Wegfall der Booklets hingegen als eine Kosteneinsparung zu Lasten der Reisebüros. Wenn die Cook-Chefin meine, nur Reisebüros hingen an den klassischen Reiseunterlagen, dann sei sie wohl lange nicht mehr in einem aktiven Reisebüro gewesen, meint der Agentur-Inhaber. „Das ist das allgemeine Problem der Führungsriege in den Reisekonzernen. Der Kontakt zur Basis ist verloren gegangen“, glaubt Merges.

Andere Erfahrungen hat Corinna Blumentahl vom TUI Reisecenter in Goslar gemacht: „Wir haben Kunden, die explizit wegen des Tools ‚Meine TUI‘ und den schlanken Unterlagen nach TUI fragen.“ Ihre Kunden würden vermehrt klassische Reiseunterlagen bei ihr im Büro aussortieren, weil sie keine weiteren Mäppchen oder Kofferanhänger benötigten.

Weitere Stimmen von Reiseexperten zu der Umfrage und Aussagen von Vertriebsexperte Knapp, wie sich der Reisekonzern für die Zukunft rüsten will, lesen Sie in der neuen ta-Ausgabe 45/17, die heute erschienen ist.

 

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