Erdbeben in Kolumbien: So ist der Tourismus betroffen

Eine politische Karte von Kolumbien in hellgelber Farbe, die die Lage des Landes in Südamerika sowie wichtige Städte und angrenzende Nachbarstaaten zeigt.
Das Erdbeben betraf vor allem den Westen Kolumbiens. Foto: Dimitrios Karamitros/iStock



Ein starkes Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien erschüttert. Wie es den Tourismus betrifft und ob Reisen sicher sind, erfahren Sie hier.

Es war eines der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte in Südamerika – und folgt nur wenige Wochen nach dem Beben in Venezuela am 24. Juni dieses Jahres: Am Morgen des 10. August hat ein Erdbeben der Stärke 7,4 die zentralen Regionen Kolumbiens erschüttert.

Das Epizentrum lag in der Westkordillere der Anden, unweit der Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó. Stark betroffen ist die bei Touristen beliebte Kaffeezone mit den Städten Pereira und Manizales. Das Beben war auch in den entfernter gelegenen Großstädten Medellín, Cali und Bogotá deutlich spürbar.

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Internationale Flughäfen: Normaler Betrieb

Doch während für Cali leichte Schäden und auch Verletzte gemeldet werden, sind Medellín und Bogotá nicht betroffen. Die Hafenstadt Cartagena, Ziel vieler Kreuzfahrtanbieter wie etwa Mein Schiff, ist von der Naturkatastrophe gar nicht betroffen. Dort waren auch keine Erdstöße spürbar.

Das ist vor allem für Flugreisende eine gute Nachricht: Die Airports in allen drei Städten funktionieren ganz normal, alle Flüge finden wie geplant statt. Gestoppt wurden lediglich einige Inlandsflüge, etwa ins stark betroffene Pereira. Der dortige Flughafen ist geschlossen.

Aktuell noch viele Fragen offen

Das genaue Ausmaß des Bebens ist noch nicht bekannt, in vielen Regionen fiel unter anderem das Telefonnetz aus. Die Region ist touristisch vor allem durch ihre vielen Kaffeeplantagen, netten Ortschaften sowie das Cocora-Tal (Valle de Cocora) bekannt. Aus dieser Region gebe es noch keinerlei Infos, so ein Kolumbien-Experte gegenüber touristik aktuell. Allerdings gebe es dort vor allem Natur, die Folgen des Bebens dürften deshalb gering sein.

Das Cocora-Tal darf nicht mit dem Valle del Cauca verwechselt werden: In der Region nahe Cali führen bewaffnete Gruppen einen bitteren Kampf um die Kontrolle des Drogenhandelns. Touristisch ist sie deshalb No-Go-Area.

Gebeco-Gruppe weit weg vom Erdbebengebiet

Von den von touristik aktuell befragten Veranstaltern hat zurzeit lediglich Gebeco eine Gruppe, die in Kolumbien unterwegs ist – allerdings nicht in Gebieten, die von dem Erdbeben unmittelbar betroffen sind, versichert CCO Michael Knapp. Allen Reisenden gehe es gut. „Wir beobachten die Situation sehr intensiv und stehen im permanenten Kontakt mit unseren Partnern vor Ort“, so Knapp. „Aktuell können wir unsere Reisen wie geplant durchführen.“

Ralf Huber, stellvertretender Geschäftsführer von Ikarus Tours, ist erleichtert, dass aktuell keine Gäste des Veranstalters in Kolumbien sind, „zumal unsere umfassende 21-Tage-Rundreise durchaus auch in die betroffene Region geht“.

Ikarus Tours stehe in engem Austausch mit dem Agenturpartner vor Ort. Man hoffe, dass sich die Zahl der Opfer und Betroffenen sowie die Sachschäden nicht noch viel weiter nach oben bewegten. „Im Herbst ist eine Kolumbien-Reise geplant, wir müssen schauen, wie es sich bis dahin entwickelt“, so Huber.

Viele Touren erst für den Herbst geplant

Miller Reisen hat erst wieder ab Oktober Touren nach Kolumbien geplant. Bei diesen werden sich die Kunden ausschließlich an der Karibikküste aufhalten und somit nicht in den vom Erdbeben betroffenen Regionen unterwegs sein, berichtet Marketing-Managerin Helena Hoffmann.

Die Region Cali werde generell nur selten in den Programmen von Miller bereist. In die vom Erdbeben betroffene Kaffeezone mit Armenia, Pereira und Manizales führten allerdings Touren des Veranstalters. Bislang lägen jedoch noch keine konkreten Informationen über Schäden an den von Miller angebotenen Unterkünften vor. „Da unsere nächsten Gäste die Kaffeezone erst im November besuchen werden, gehen wir derzeit davon aus, dass bis dahin keine Einschränkungen für unsere Reisen bestehen werden“, so Helena Hoffmann.

Auch bei Studiosus sind die nächsten Abreisen erst für Oktober vorgesehen.

Julia Treuherz, Matthias Gürtler